Krypto Schweiz!

(23.07.26) Die finanzielle Verunsicherung in Deutschland bleibt hoch. Laut einer aktuellen CRIF-Studie machen sich 79 Prozent der Befragten Sorgen um ihre persönliche finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten. Im Vorjahr waren es 80 Prozent. Eine echte Entspannung ist damit nicht erkennbar.

Besonders deutlich zeigt sich die Belastung beim verfügbaren Einkommen. Darunter versteht man den Betrag, der nach Steuern, Abgaben und notwendigen Ausgaben wie Miete, Energie und Lebensmitteln übrig bleibt. 38 Prozent erwarten, am Monatsende künftig weniger Geld zur Verfügung zu haben. Im Vorjahr waren es erst 27 Prozent.

Die Schweiz steht hingegen seit Jahrzehnten für finanzielle Stabilität, Rechtssicherheit und eine starke Währung. Der Schweizer Franken gilt weltweit als vergleichsweise krisenfest. Gleichzeitig hat sich das Land zu einem der führenden Standorte für digitale Vermögenswerte entwickelt. Kryptowährungen sind hier längst kein reines Nischenthema mehr.

Eine repräsentative Umfrage unter 1.772 Personen zeigt: Rund 18 Prozent der Schweizer Bevölkerung besitzen bereits Kryptoanlagen. Weitere acht Prozent waren in der Vergangenheit in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiert.

Erfahrung fördert die Bereitschaft zu investieren

Besonders auffällig ist, dass vor allem die persönliche Erfahrung über weitere Investitionen entscheidet. Wer bereits Kryptowährungen besitzt oder besessen hat, kann sich wesentlich häufiger vorstellen, zusätzliches Geld anzulegen.

Alter, Geschlecht oder Einkommen spielen dagegen eine geringere Rolle, als häufig angenommen wird. Entscheidend ist vielmehr, ob Anleger bereits praktische Erfahrungen gesammelt und ein grundlegendes Verständnis für digitale Vermögenswerte entwickelt haben.

Vertrauen ist wichtiger als der günstigste Preis

Für viele Schweizer ist das Vertrauen in den Anbieter wichtiger als besonders niedrige Gebühren. Ein bekanntes und etabliertes Finanzinstitut wird deshalb häufig gegenüber einer reinen Kryptoplattform bevorzugt.

Gleichzeitig besteht vor allem bei jüngeren Menschen und erfahrenen Krypto-Anlegern ein deutliches Interesse an einer persönlichen Beratung durch die eigene Bank. Das eröffnet traditionellen Finanzinstituten neue Chancen, sofern sie verständliche, transparente und seriöse Angebote schaffen.

Fehlendes Wissen bleibt die größte Hürde

Trotz der steigenden Verbreitung bleibt die Zurückhaltung groß. Viele Menschen geben an, zu wenig über Kryptowährungen zu wissen, kein ausreichendes Interesse zu haben oder die teilweise starken Kursschwankungen zu fürchten.

Die Studie macht damit deutlich: Kryptowährungen sind in der Schweiz angekommen. Vertrauen, Wissen und verständliche Informationen bleiben jedoch entscheidend für die weitere Verbreitung. Das gilt ebenso für Länder wie Deutschland und Österreich.

Mit diesen Entwicklungen und den wichtigsten Ergebnissen der Studie befasse ich mich in der aktuellen Ausgabe meines Podcasts „Millers Kryptowoche“.

Markus Miller

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