(18.12.24) Die Welt der Kryptowährungen ist bekannt für ihre hohen Schwankungen (Volatilität), was viele traditionelle Investoren und Unternehmen zögern lässt, den Schritt in diese neue Finanzwelt zu wagen. Stablecoins schaffen in diesem Kontext eine Brücke zwischen den Vorteilen digitaler Vermögenswerte und der Stabilität traditioneller Währungen.
Diese digitalen Währungen sind an eine stabile Referenzgröße gekoppelt und dienen als wichtige Liquiditätsquelle an den Kryptobörsen. Mit Tether (USDT) und dem USD Coin (USDC) sind die bedeutendsten Stablecoins an den US-Dollar gebunden.
Stabilität und Flexibilität in einem
Stablecoins ermöglichen einen schnellen und einfachen Handel zwischen verschiedenen Kryptowährungen und erleichtern die Preisfindung. Viele Händler nutzen sie als „Zwischenwährung“, um ihr Kapital flexibel einzusetzen. Dadurch besteht die Möglichkeit, Werte kurzfristig zu sichern, ohne das Krypto-Ökosystem verlassen zu müssen.
Auch im Bereich der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) spielen Stablecoins eine wesentliche Rolle: Sie werden häufig als Sicherheit für Kredite eingesetzt, dienen als Zahlungsmittel für die Abwicklung intelligenter Verträge (Smart Contracts) oder ermöglichen es Investoren, Zinsen zu verdienen, ohne die Risiken der Volatilität einzugehen.
Schnittstelle zum Fiat-Zahlungsverkehr
Darüber hinaus gewinnen Stablecoins an Bedeutung an der Schnittstelle zum klassischen Fiat-Zahlungsverkehr in Euro oder US-Dollar. Im Vergleich zu herkömmlichen Banküberweisungen bieten sie eine effizientere Möglichkeit, weltweit Geld zu senden – Transaktionen erfolgen innerhalb weniger Sekunden und oft zu deutlich geringeren Kosten. Ein Beispiel ist das US-Zahlungsverkehrsunternehmen PayPal, das im August 2023 mit dem PYUSD einen eigenen Stablecoin auf Basis der Ethereum-Blockchain eingeführt hat. Die Großbank JP Morgan nutzt seit 2020 den JPM Coin, einen USD-Stablecoin, um den internen Zahlungsverkehr institutioneller Kunden zu optimieren.

Der globale Stablecoin-Markt hat in den letzten Jahren ein signifikantes Wachstum verzeichnet. Die aktuelle Marktkapitalisierung aller öffentlich handelbaren Stablecoins beläuft sich auf annähernd 200 Milliarden US-Dollar. Dabei ist Tether (USDT) mit einem Volumen von rund 140 Milliarden US-Dollar der unangefochtene Marktführer, gefolgt vom USD Coin (USDC) mit rund 42 Milliarden US-Dollar.
Euro-Stablecoins: Ein wachsender Markt
Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins, die an den Euro gekoppelt sind, ist mit einem aktuellen Volumen von rund 350 Millionen Euro noch relativ gering. Der größte EUR-Stablecoin ist derzeit – noch – der bei Privatanlegern im deutschsprachigen Raum weitestgehend unbekannte STASIS EURO (EURS) mit einem Volumen von rund 130 Millionen Euro. An zweiter Stelle folgt der Euro Coin (EURC), gefolgt vom EUR CoinVertible (EURCV).
Der EURC ist ein Stablecoin, der von Circle, dem Unternehmen hinter dem USDC, ausgegeben wird. Der EUR CoinVertible (EURCV) hingegen ist ein Euro-gebundener Stablecoin, der von Societe Generale-FORGE (SG-Forge), einer regulierten Tochtergesellschaft der französischen Bank Societe Generale, entwickelt wurde.

Mein Fazit: Stablecoins schlagen die Brücke zur neuen Krypto-Finanzwirtschaft
Stablecoins sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Krypto-Finanzwirtschaft und ein wichtiges Bindeglied zwischen der traditionellen und der digitalen Finanzwelt. Ihre Bedeutung wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen, insbesondere durch den Ausbau von Euro-Stablecoins. Darüber hinaus kommen in Zukunft noch die staatlichen Stablecoins in Form von Central Bank Digital Currencies (CBDCs) dazu.
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