GamesCoin: BaFin ermittelt gegen die IDAA!

Ein Krypto-Projekt, das sich „GamesCoin“ (BILD: IDAA.games) nennt, habe ich seit längerer Zeit auf meiner Beobachtungsliste. Nicht weil ich dieses als besonders interessant erachte im Hinblick auf eine Empfehlung, auch nicht weil das Konzept grundlegend schlecht erscheint, sondern weil zahlreiche „alte Bekannte“ aus dem Multi-Level-Marketingvertrieb (MLM) dafür werben. Namentlich an führender Stelle durch online- wie onland Vertriebsveranstaltungen Ralph Paulick, der zuvor als einer der führenden „MLM-Drücker“ für die hochdubiosen Systeme von OneCoin und EXW Wallet – heute firmierend unter „Exchange World“ – tätig war. Ebenso Anton Federspiel, der ebenfalls als einer der führenden MLM-Vertriebler bei OneCoin aktiv war.

Das nachfolgende Bild zeigt Anton „Toni“ Federspiel (links) und Ralf bzw. Ralph Paulick (mitte) mit der gesuchten Gründerin und Initiatorin des OneCoin-Betrugssystems Dr. Ruja Ignatova, die mittlerweile auf der FBI-Liste „Most Wanted“ der zehn meistgesuchten flüchtigen Personen steht.

Hinter dem GamesCoin steht ein Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

Hinter dem GamesCoin steht die Independent Digital Assets Alliance LLC (IDAA) mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auf der offiziellen Internetseite idaa.games findet sich die Aussage, ich zitiere im Originalwortlaut (Bild: Screenshot):

Rechtssicher: Unsere Wallet und Blockchain Systeme sind reguliert und BaFin konform. Zudem sichern eine strenge Mittelverwendung und eine erstklassige rechtliche Beratung unser Business Modell, sowie den Games Coin und das dazugehörige Vertriebssystem.“

Werbliche Aussagen mit Bezug zur Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind nach meinen umfassenden Erfahrungen der letzten Jahre stets mit großer Vorsicht zu genießen. Vor allem auch, weil zahlreiche dubiose MLM-Vertriebler derartige Aussagen – wissentlich oder unwissentlich – häufig vollkommen missinterpretieren in der Kommunikation für ihre Akquisitionsbemühungen, zur Erzielung von Vermittlungsprovisionen.

Sie sprechen oder schreiben beispielsweise nicht selten von „BaFin-Zulassung“, bis hin zu einer angeblichen „BaFin- oder gar Banklizenz“. Die jeweiligen Aufsichtsbehörden reagieren auf derartige Aktivitäten bzw. Hinweise verständlicherweise „allergisch“. Deswegen überrascht die nachfolgende Warnmeldung (Originalzitat) der BaFin vom 1. Juli 2022 in der Rubrik „Unerlaubte Geschäfte“ nicht:

„Plattform idaa.games: BaFin ermittelt gegen die Independent Digital Assets Alliance LL.C.

Die BaFin stellt gemäß § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) klar, dass die Independent Digital Assets Alliance LL.C., Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate, keine Erlaubnis nach dem KWG zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen von Finanzdienstleistungen besitzt. Das Unternehmen wird nicht von der BaFin beaufsichtigt.

Die Inhalte auf der Website idaa.games sowie Informationen, die der BaFin vorliegen, rechtfertigen die Annahme, dass über die Website unerlaubt Finanzdienstleistungen in Deutschland angeboten werden. Das Unternehmen behauptet, seine Wallet- und Blockchain-Systeme seien reguliert und BaFin konform. Die BaFin stellt klar, dass das Unternehmen ihr nicht bekannt ist und nicht von ihr beaufsichtigt wird.

Anbieter von Bankgeschäften oder Finanzdienstleistungen im Inland benötigen eine Erlaubnis nach dem KWG. Einige Unternehmen handeln jedoch ohne die erforderliche Erlaubnis. Informationen darüber, ob ein bestimmtes Unternehmen von der BaFin zugelassen ist, finden Sie in der Unternehmensdatenbank.“

Fazit: Achtung bei Investment- und Vermittlungsaktivitäten für den GamesCoin!

Sobald ein Krypto-Angebot oder eine Kryptowährung auf einem MLM-System (Multi-Level-Marketing, Network-Marketing NM) basiert und Provisionen für eine Vermittlung an sogenannte Sponsoren oder Leader bezahlt werden gilt nach meiner Einschätzung bereits ganz grundlegend: Vorsicht! Beim GamesCoin kommt für mich die dunkelrot warnende Flagge dazu, dass durch OneCoin bzw. EXW Wallet bereits einschlägig bekannte MLM-Vermittler wie Ralph Paulick oder Anton Federspiel das Konzept aktiv promoten. Ein Unternehmen bzw. ein Projekt hat auch eine Verantwortungs- und Prüfungsverpflichtung (Due Dilligence), im Hinblick auf die Qualität und Seriosität seines Vertriebes. Gleiches gilt im Hinblick auf Aussagen, die Vertriebler tätigen, hier gilt:

Vertriebe „haften“ für ihre Vertriebler!

Ebenso sind die vertrieblichen Hinweise auf angebliche Rechtskonformität und Zulassungen seitens der BaFin spätestens jetzt ad absurdum geführt, durch die Warnmeldung und das eingeleitete Ermittlungsverfahren seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, das mit Sicherheit nicht aus heiterem Himmel geführt wird. Grundlegend muss unterschieden werden zwischen dem „Betriebssystem“ eines Projektes und seinem „Vertriebssystem“. Dabei gilt hier sehr wohl, dass ein Betreiber bzw. der Vertrieb auch für seine angeschlossen „Vertriebler“ haften, im Hinblick auf deren Kommunikation und Geschäftsgebaren.

Augen auf bei Krypto-MLM-Systemen und vor Krypto-MLM-Vermittlern!

Neben meinen fundierten Empfehlungen befasse ich mich auch fortlaufend sehr intensiv mit schwarzen Schafen und unseriösen Krypto-, Mining-, Staking-, Lending- oder Trading-Anbietern bzw. MLM-Systemen und MLM-Vermittlern. Diese missbrauchen den Krypto-Boom, um ihre – nicht selten in betrügerischer Absicht konzipierten – Shitcoins oder angeblichen Krypto-Investment- (SCAM) bzw. Schneeball-Systeme (PONZI) gezielt und bewusst an unbedarfte Anleger zu verkaufen. Ich warne Sie regelmäßig vor dubiosen Anbietern und aktuellen Betrugsmaschen. Weiterführende Infos

Beste Grüße

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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7 Gedanken zu „GamesCoin: BaFin ermittelt gegen die IDAA!

  1. Sorry aber das ist Schwachsinn was du schreibst…
    Das mit One-Coin etc. sind doch wirklich alte Storys die Toni Federspiel und Ralf Paulick doch selbst schon des öfteren angesprochen haben und eingestanden haben, dass da viel falsch lief. Aber die beiden waren halt im Network Marketing und sonst nichts, sie können doch nichts für die Vorgänge innerhalb des Projektes. Genau wie jetzt bei Gamescoin, wo aber alles gut läuft.
    Es hat bisher nie jemand behauptet, dass die IDAA eine BaFin Lizenz besitzt. Es wurde immer auf die Tangany hingewiesen, die eine Kryptoverwahrlizenz der BaFin hat. Dies kann man auch bei Wikipedia nachlesen und ich habe es mir ebenfalls von der BaFin bestätigen lassen.
    Die IDAA hat Anteile an der Tangany und arbeitet mit ihnen zusammen um die Token der Kunden zu verwahren.

  2. Vielen Dank für den fundierten Text! Ein Freund wollte mir gerade ein Paket von diesem Zeug andrehen, deshalb habe ich mir die Website angeschaut. Selbst wenn dieses Konzept ernst gemeint sein sollte und es keine Betrüger wären, glaube ich nicht, dass es eine Chance hätte. Am seltsamsten finde ich die Aussage, dass sie selber Spiele entwickeln aber kein einziges Spiel genannt wird… hat mein Freund juristische Konsequenzen zu fürchten? Leider ist er etwas anfällig für solche Systeme.

  3. Hallo Markus,

    ich bin leider vor etwas über einem Jahr ins Fettnäpfchen getappt… Denkst du, es gibt eine Möglichkeit, sein verlorenes („Investiertes“) Geld ganz oder in Teilen zurückzubekommen?

    MfG

    Tom

  4. Schade, dass so eine Persönlichkeit und Experte wie Markus Miller sich nur an vorgegebene Pressetexte hält, aber nicht selbst genau recherchiert. Die IDAA hat nie behauptet selbst eine Kryptoverwahrlizenz zu besitzen. Die GamesCoin-Group ist bei Tangany GmbH beteiligt, welche eine dieser drei von der BaFin erteilten Kryptoverwahrlizenzen besitzt. Diese Aufbewahrung tut sie im Kundenauftrag der GamesCoin Group. Somit ist die Aussage auf der idaa.games Seite RICHTIG, dass die Blockchain und Walletsysteme reguliert und BaFin-konform sind.

    Ebenso finde ich die Aussage nicht zutreffend, dass hier mit dem eingenommen Geld nur Provisionen bezahlt werden. Wenn Sie sich ein wenig nur mit der Thematik GamesCoin ausseinandergesetzt hätten, würden Sie wissen dass eine strenge Mittelverwendung von 25% für Sales vorgesehen ist.

    Eine Vorverurteilung eines Projektes, weil Menschen im Vertrieb mit an Board sind, welche in andern Projekten/Networks schlechte Erfahrungen gemacht haben und unwissentlich schlechte Empfehlungen abgegeben haben, finde ich absolut unter der Gürtellinie.

    Es wäre seriöser sich zuerst von Projekten ein eigenes Bild zu machen und diese dann wiederzugeben, als Pressetexte per drag/drop übernehmen und nicht korrekte Angaben machen. Die Warnung vor IDAA finde ich persönlich als absolut absurd und kreditschädigend wenn man im Vorfeld nicht selbst recherchiert.

    1. Besten Dank für das Feedback! Bitte lesen Sie sich obigen Beitrag einfach nochmals durch, die einzige Passage die ich wie beschrieben im Original-Wortlaut übernommen habe, ist die Warnmeldung der BaFin. Diese habe ich ganz bewusst unverändert übernommen! Von „Kryptoverwahrlizenz“ steht in meinem ganzen Beitrag kein Wort und die Aussage der IDAA – die auch von der BaFin beanstandet wurde – finden Sie ebenfalls als Screenshot in meinem Beitrag belegt und im Originalwortlaut. Nirgendwo schreibe ich darüber hinaus, dass „mit dem eingenommenen Geld nur Provisionen bezahlt werden“, auch dieser Vorwurf ist nicht zutreffend. Mein gesamter Beitrag basiert auf Fakten und Tatsachen und ist weder eine Verdachtsberichterstattung, noch eine Vorverurteilung! Selbst mit Bezug zu den MLM-Vermittlern schreibe ich „unwissentlich oder wissentlich“. Sie können sich sicher sein, dass ich mir ein umfassendes Bild gemacht habe, das werden Ihnen auch die Initiatoren von IDAA bestätigen. Sie hatten ausführlich Gelegenheit zur Stellungnahme und sind dem auch nachgekommen in einem persönlichen Telefonat. Ebenso steht mein Angebot weiter, eine Stellungnahme auch zusätzlich in Schriftform zu veröffentlichen. Dass ich im Vorfeld nicht recherchiert habe ist deswegen schlicht absurd, fragen Sie gerne direkt beim Unternehmen nach und lassen Sie sich dies bestätigen! Beste Grüße Markus Miller

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