Liechtensteinische Post stellt Krypto-Dienstleistungen ein!

Am 15. Februar 2019 führte die Liechtensteinische Post AG den Wechsel von Kryptowährungen am Schalter ein. In einer ersten Phase wurde der Wechsel in Bitcoin am Schalter der Postfiliale in der Hauptstadt Vaduz ermöglicht. Der Kunde bekam in diesem Zwei-Parteien-Geschäft nach der Durchführung des Wechselgeschäfts eine physische Kryptowallet in Form einer Plastikkarte ausgehändigt, welche ihm mittels Public- und Private-Key die Aktivierung des Kryptogelds im Netz ermöglichte. Nach einer Einführungsphase wurde das Angebot auf weitere Postfilialen ausgedehnt und um den Wechsel von weiteren Kryptowährungen erweitert.

Neben dem Bitcoin (BTC) standen auch Ethereum (ETH), Litecoin (LTC), Bitcoin Cash (BCH) und XRP (Ripple) zur Verfügung. Rund zwei Jahre später streicht die Liechtensteinische Post AG jedoch die Segel. Nicht weil es keine Nachfrage gab, sondern angeblich aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen. Auch im – oftmals als so kryptofreundlich beschriebenen – Fürstentum Liechtenstein sind ganz offensichtlich die damit verbundenen Herausforderungen enorm.

Die Begründung der Liechtensteinischen Post ist nicht plausibel

Vor kurzem hat die Liechtensteinische Post daher bekannt gegeben, dass Aufgrund der zu hohen aufsichtsrechtlichen Hürden sämtliche Dienstleistungen im Rahmen des Kryptowährungswechselgeschäfts per 31. März 2021 eingestellt werden. Der Grund für diesen Entscheid sind die Regularien des sogenannten Blockchain-Gesetzes (TVTG) und diesbezüglichen Anpassungen im Sorgfaltspflichtgesetz (SPG), die für alle Dienstleister in Liechtenstein relevant wurden.

Nachdem die Liechtensteinische Post AG bereits per 31. November 2020 den Kryptowährungswechsel in den Postfilialen Vaduz und Schaan eingestellt hat, folgt nun auch das Ende für den Verkauf der Kryptogutscheine „cryptonow“ und den Betrieb der Kryptowechsel-Automaten, welche in Kooperation mit der Firma Värdex Suisse AG erfolgt ist. Da die schweizerische Värdex Suisse AG nicht über die nötige Zulassung in Liechtenstein verfügt, ist der Rückzug aus Liechtenstein notwendig geworden.

Meine Einschätzung: Das innovative Blockchain-Gesetz als Begründung für den Rückzug heranzuziehen ist für mich wenig plausibel. Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Jahr 2019 nicht verschlechtert, sondern verbessert. Offensichtlich wurden hier seitens der Liechtensteinischen Post sowohl administrative, organisatorische wie auch regulatorische Herausforderungen unterschätzt und ein Partner gewählt, der dafür nicht geeignet ist. Es gibt aber erfreulicherweise genügend solide Alternativen, auch in diesem spezifischen Bereich! Weiterführende Infos… 

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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