Game Over TenX!

TenX ist eine Blockchain-Firma aus Singapur, die das Ziel hat, Kryptowährungen jederzeit und überall sofort verwendbar und ausgebbar zu machen. Im Januar des Jahres 2019 gab es von mir – im Zusammenhang mit dem zum damaligen Zeitpunkt überraschenden und mehr als fragwürdigen Rücktritt des bekannten Krypto-Influencers Dr. Julian Hosp als Präsident von TenX – zwei ausführliche, analytische Interviews für Börse Stuttgart TV. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals betonen, dass ich Julian Hosp persönlich und als Krypto-Kollegen sehr schätze, weil er viel für den deutschsprachigen Krypto-Space leistet.  Nachfolgend die beiden Videos aus dem Januar 2019 auf YouTube:

Teil 1: Krypto-Update: Der Fall Julian Hosp und TenX – Eine Analyse

Teil 2: Krypto-Update: Update zu „Der Fall Julian Hosp und TenX – Eine Analyse“

Fragwürdiger Umgang der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein mit der Causa TenX!

In meinen beiden Interviews habe ich TenX und das Geschäftskonzept massiv kritisiert und die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells von TenX in der jetzigen bzw. damaligen Form in Frage gestellt. Daraufhin folgte ein massiver Shitstorm gegen mich, der auch in den Kommentaren der beiden YouTube-Interviews sehr gut dokumentiert ist. Meine damaligen Kritiker bzw. „Hater“ fühlten sich anschließend dadurch bestätigt, dass die TenX Payments Europe AG am 05.11.2019 durch die FMA Finanzmarktaufsicht Liechtenstein eine sogenannte E-Geld-Lizenz erteilt hat. Zuvor hatte die TenX Payments Europe AG bereits am 29. Mai 2019 eine Bewilligung als E-Geld-Institut unter Bedingungen und Auflagen erhalten. Für mich waren diese aufsichtsrechtlichen Genehmigungen seitens der FMA Liechtenstein nicht nachvollziehbar.

TenX behauptete beispielsweise auf seiner Internetseite tenx.tech in der Rubrik „Meilensteine 2019 – Mai“, dass eine Banklizenz vorliegt. Ich zitiere im Original aus der damaligen Internetseite, die ich selbstverständlich gesichert habe: „Erteilung der Banklizenz (E-Money Lizenz)“! (Bild)

Nachdem ich die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein FMA über diesen nicht zutreffenden Sachverhalt informiert hatte, folgte allerdings nicht etwa eine Warnmeldung seitens der Aufsichtsbehörde vor TenX wie ich das erwartet hätte, sondern heimlich still und leise eine Änderung auf der Internetseite von tenx.tech. Es steht für mich außer Frage, dass die FMA Liechtenstein hier einfach TenX auf dem „kurzen Dienstweg“ über die falschen Angaben informiert hat. In anderen Fällen (Z.B Smart Valor AG, EXW Global AG, Neufund, LCX) hat die FMA Liechtenstein hingegen weit konsequenter, weil öffentlichwirksam gewarnt, zum Schutz der Integrität des Finanzplatzes in Liechtenstein und vor allem zum Schutz möglicher Investoren. Das ist eine wichtige Aufgabe und wäre auch hier bei TenX nach meiner Auffassung mehr als angebracht und angemessen gewesen, aufgrund der dubiosen Entwicklungen!

Was ist zwischenzeitlich passiert?

Die Wirecard AG war der Service-Provider für die „Krypto-Karten“ von TenX, so dass diese Services – das grundlegende Geschäftsmodell von TenX – nach dem Untergang des Skandal-Unternehmens bereits Mitte 2020 wegbrachen. Ansonsten gab es von TenX wenig substanzielles, sondern überwiegend Durchhalteparolen bzw. nichtssagende Verweise auf eine angebliche Reorganisation und große Pläne für die Zukunft.

Jetzt, am 25.03.2021 kommen endlich einmal wieder Neuigkeiten seitens der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein, die mich überhaupt nicht überraschen. Nachfolgend die FMA-Meldung im Originalzitat:

Bekanntmachung: Erlöschen einer Bewilligung

„Die Bewilligung der TenX Payments Europe AG, Wuhrstrasse 13, 9490 Vaduz, zum Betrieb eines E-Geld-Instituts ist aufgrund schriftlichen Verzichts per 22. März 2021 gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c EGG erloschen.

 Damit ist die TenX Payments Europe AG nicht mehr berechtigt, E-Geld auszugeben und andere E-Geld- sowie Zahlungsdienste zu erbringen.

Das Erlöschen der Bewilligung bewirkt die Auflösung und Löschung des Unternehmens im Handelsregister.

 Die FMA überwacht die Liquidation und den Liquidator. Sie trifft die für die Durchführung der Liquidation und Abwicklung der laufenden Geschäfte erforderlichen Massnahmen und erteilt dem Liquidator die notwendigen Weisungen.“

Mein Fazit: „Schriftlicher Verzicht“ ist nicht gleichbedeutet mit „Freiwillig“!

Meine grundlegende Aussage im Januar 2019 war: „Das Geschäftsmodell von TenX ist gescheitert“. Ich schätze die fundierte und konsequente Arbeit der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein grundlegend sehr. Aber in diesem Fall hat die FMA Liechtenstein nach meiner Einschätzung viel zu inkonsequent agiert. Die Aussage „Schriftlicher Verzicht“ könnte jetzt auch assoziieren, dass die die Rückgabe der Lizenz zum Betrieb eines E-Geld-Instituts mehr oder weniger freiwillig erfolgt ist. Eine derartige Lizenz hat einen hohen Wert, diese gibt man nicht einfach grundlos zurück.

 Im Fürstentum Liechtenstein scheinen derartige Vorgänge allerdings häufiger vorzukommen. Am 15.03.21 hat die FMA Liechtenstein beispielsweise darüber informiert, dass sie durch die Mason Privatbank Liechtenstein AG, die vormals unter Raiffeisen Privatbank Liechtenstein firmierte und zur Walser Privatbank (Raiffeisenbank Kleinwalsertal) gehörte darüber informiert wurde, dass an der ausserordentlichen Generalversammlung der Mason Privatbank Liechtenstein AG am 12. März 2021 die freiwillige Liquidation der Bank beschlossen wurde.

Ich gehe davon aus, dass in beiden Fällen der regulatorische Druck durch die FMA Liechtenstein – berechtigterweise – am Ende so groß war, dass diese Schritte der letzte – gesichtswahrende – Ausweg für die jeweiligen Initiatoren/Eigentümer war, einem Entzug der Lizenzen zuvorzukommen. Ich bin gespannt, wie es mit TenX in Singapur weitergeht.

Fakt ist: Game Over im Fürstentum Liechtenstein!

Für die TenX Payments Europe AG ist im Fürstentum Liechtenstein festzustellen: Game Over! Weiterführende Infos… 

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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