Amundi zu Kryptowährungen!

Amundi ist eine französische Vermögensverwaltung mit Sitz in Paris. Das Gemeinschaftsunternehmen von Crédit Agricole und Société Générale wurde im Januar 2010 gegründet, um das Anlagegeschäft der beiden Banken neu zu organisieren. Amundi verfügt auch über eine ETF-Schiene mit innovativen Konzepten und Produkten. Häufig lese ich von etablierten Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen, Vermögensverwaltern oder konventionellen Finanzdienstleistern relativ undifferenzierte, bzw. destruktive Berichte im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie dem Bitcoin, Ethereum und Co.

Deswegen möchte ich heute einmal die fundierte Analyse und Publikation von Vincent Mortier, den Deputy Chief Investment Officer bei Amundi positiv hervorherben, auch wenn ich bestimmte Einschätzungen und Schlussfolgerungen aus fachlicher Sicht nicht uneingeschränkt teile. Nachfolgend die Zusammenfassung der wesentlichen Aspekte:

Kryptowährungen – ohne Regulierung geht es nicht

Kryptowährungen sind technische Innovationen, die eine inklusivere Form des Finanzwesens versprechen. Sie können aber das geldpolitische Monopol der Zentralbanken nicht herausfordern, ohne das gesamte Finanzsystem zu gefährden. Es liegt nun an den Regulierungsbehörden, Rahmenbedingungen für die Nutzung dieser Assets zu schaffen und die finanzielle Stabilität zu sichern.

Die Covid-19-Krise hat den Kryptowährungen einen spektakulären und sicherlich auch spekulativen Schub verschafft. Können Kryptowährungen aber wirklich mit offiziellen Währungen in ihren traditionellen Funktionen konkurrieren? Der Boden ist zumindest bereitet: Dazu zählen die technologische Disruption und eine durch Blockchain möglich gewordene dezentrale Finanzwelt, aber auch die zunehmende Digitalisierung der Volkswirtschaften mit dem Wunsch nach einer digitalen Währung. Hinzu kommt nun die Suche nach neuen sicheren Häfen in einem Umfeld, in dem Staatsverschuldung und Inflationserwartungen steigen und ein Misstrauen gegenüber dem traditionellen Finanzsystem um sich greift.

Der Bitcoin ist das Krypto-Maß aller Dinge!

Aber alle Kryptowährungen stellen nicht nur neue Chancen, sondern auch rechtliche, regulatorische und aufsichtsrechtliche Herausforderungen dar: Rechtssicherheit, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Formen der illegalen Finanzierung sowie Cybersicherheit sind betroffen. Der Bitcoin repräsentiert etwa 60Prozent der gesamten Kapitalisierung von Kryptowährungen mit mehr als 1.700 Mrd. USD im März 2021 (Quelle: Coinmarketcap). Die restlichen 40 Prozent setzen sich aus einer großen Anzahl von sehr heterogenen Produkten zusammen.

Dabei gibt es drei Arten von Kryptowährungen. Einige direkte Konkurrenten von Bitcoin haben auch eine „offizielle Berufung“ als Währung. Hierzu zählt zum Beispiel Litecoin, die neuntgrößte Kryptowährung nach Kapitalisierung, mit rund 13 Milliarden USD. Andere ermöglichen Smart Contracts, eine automatische Ausführung in der Blockchain von Vereinbarungen, die zuvor zwischen den Mitgliedern eines Netzwerks formalisiert wurden. Eine dritte Kategorie schließlich sind Stablecoins, digitale Vermögenswerte, die einen festen Wert im Vergleich zu traditionellen Währungen haben und häufig für Transaktionen mit anderen Kryptowährungen oder für internationale Überweisungen verwendet werden.

Stablecoins sind wohl die direktesten Konkurrenten für offizielle Währungen. Ihr rasantes Wachstum beginnt die Aufmerksamkeit auf die Risiken zu lenken, die sie für das Finanzsystem darstellen könnten; insbesondere, wenn eine von ihnen plötzlich nicht mehr in der Lage sein sollte, ihren festen Wert zu halten.

Investoren begeistern sich für Krypto

Immer mehr Unternehmen, institutionelle Investoren und Investmentfonds sind insbesondere an Bitcoin interessiert. Zahlungsplattformen, wie Paypal, akzeptieren sie als Zahlungsmittel. Dennoch: Bitcoin hat keine intrinsische Rendite, und es gibt keinen natürlichen Schutz gegen Kapitalverlust. Kryptowährungen besitzen keinen realen wirtschaftlichen Basiswert, es gibt kein Bewertungsmodell. Nachfrage und Angebot hängen nicht voneinander ab. Das Angebot ist begrenzt und wird nicht von einer zentralen Behörde gesteuert.

Es ist wahrscheinlich, dass die Nachfrage durch den Grad der zukünftigen Regulierung geprägt wird. Kryptowährungen zielten ursprünglich darauf ab, Transaktionskosten zu senken und den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erweitern. Sie könnten sich zu einem globalen Zahlungssystem entwickeln, das schneller, billiger und inklusiver ist als aktuelle Zahlungssysteme.

Die Vorteile:

+ Erleichterung von vertraulichen Transaktionen und Vermögensübertragungen in einem dezentralisierten Netzwerk

+ Reduktion der Transaktions- und Transferkosten

+ Freier Zugang für jeden mit Internet

+ Volles Eigentum an dem Vermögenswert, mit einem manipulationssicheren Schlüsselsystem als Alleininhaber

Die Nachteile:

+ Fehlende Regulierung und Anonymität begünstigen Cyberkriminalität, Schwarzmarkt, Geldwäsche und Steuerhinterziehung

+ Für Anwender birgt die Dezentralisierung neue Risiken, wie Datenverlust, kein Zugang zu den Daten, wenn ein Server physisch beschädigt wird, Cyber-Attacken ausgesetzt ist oder der Server dauerhaft vom Internet getrennt wird

+ Mangelnde Konvertierbarkeit und Liquidität

+ Irreversibilität von Transaktionen und Volatilität

+ Gefahr des Hackens

+ Risiko der finanziellen Instabilität

Anmerkung Markus Miller: Hier sind einige Punkte beinhaltet, die ich nicht als Nachteile bewerte. Die Regulierung ist auf einem hervorragenden Weg beispielsweise, die Liquidität enorm hoch mittlerweile, und die Dezentralität hat weit mehr Chancen als Risiken in Bezug auf die Sicherheit.

Die Spreu vom Weizen trennen

Die Vorteile der Innovation zu nutzen und gleichzeitig ihre Auswüchse zu kontrollieren, ist die Herausforderung für Regulatoren und Zentralbanken im 21. Jahrhundert. Sie vereint meist das Ziel, schnellere, zuverlässigere und günstigere Zahlungssysteme zu fördern, sowohl national als auch zwischen den Ländern. Es ist klar, dass Blockchain eine Möglichkeit bietet, die finanzielle Inklusion zu verbessern. Aber ihr Einsatz als Zahlungsmittel ist momentan potenziell destabilisierend und birgt systemische Risiken.

Totale Anonymität und rechtliche Immunität scheinen bei der Entwicklung dieser Vermögenswerte eine zentrale Rolle zu spielen. Die Regulierungsbehörden der G7 sind daher entschlossen, diese Ökosysteme zu regulieren. Danach werden sich die Preise der Kryptowährungen sicherlich deutlich anpassen. Aber sobald das regulatorische Umfeld geklärt ist, könnten Kryptowährungen wieder erstarken, dieses Mal auf den Bedürfnissen eines integrativeren Wirtschafts- und Finanzsystems aufbauend. Unternehmen, institutionelle Investoren und Investmentfonds sind sehr interessiert, mehr digitale Assets zu halten. Diese sind sicherlich vielversprechend, aber immer noch spekulativer Natur.

Bitcoin & Co sind eine digitale Kapitalschutz- und Investment-Alternative für die Gegenwart und Zukunft!

Sowohl beim Zahlungsverkehr, im Bereich des Internets der Dinge (IoT = Internet of Things), der Künstlichen Intelligenz, der Cloud-Anwendungen als auch bei der Cybersecurity spielen Kryptowährungen eine Rolle. Bislang wurden Kryptowährungen eher als Ersatz für den globalen Geldbestand eingesetzt. Dies wird sich im Laufe der nächsten Jahre ändern. Die Überwindung regulatorischer Hürden wird ihre Attraktivität erhöhen und das Potenzial erhöhen, eventuell Bargeld zu ersetzen.

Ich bin davon überzeugt, dass es ein mehrdimensionales Krypto-Geldsystem in der digitalisierten Welt der Zukunft geben wird. Dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin werden zu einer Art digitalem Gold. Zentrale Stablecoins von Privatunternehmen – wie beispielsweise Facebooks Diem – werden in Koexistenz neben zentralen Kryptowährungen von Notenbanken existieren.

Security Token werden darüber hinaus zahlreiche Vermögenswerte digitalisieren und fungibel handelbar machen. Utility Token (Funktionale Kryptowährungen) werden zusätzlich Einzug halten in die Industrie und den Handel der Realwirtschaft wie als digitale Währungen in die Finanzwirtschaft. Kryptowährungen – allen voran der Bitcoin – sind für mich somit eine ganz wichtige Säule, ein Grundbaustein für jeden vorausschauenden, zukunftsorientierten Kapitalanleger. Zumindest als Beimischung für sein Gesamtportfolio. Weiterführende Infos… 

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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