Zentralbankgeld: Bundesbank setzt auf Blockchain!

Die Deutsche Börse, die Deutsche Bundesbank und die Finanzagentur des Bundes haben gemeinsam mit weiteren Marktteilnehmern eine Abwicklungsschnittstelle für elektronische Wertpapiere entwickelt und erfolgreich getestet. Die auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Wertpapiere können mit Hilfe einer sogenannten Trigger-Lösung und eines Transaktionskoordinators in TARGET2, dem Zahlungsverkehrssystem des Eurosystems für Großbeträge, abgewickelt werden.

Damit bewiesen die Teilnehmer, dass eine technische Brücke zwischen der Blockchain-Technologie und dem konventionellen Zahlungsverkehr grundsätzlich zur Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld genutzt werden kann, ohne dass digitales Zentralbankgeld geschaffen werden muss. Im Verlauf des Testes emittierte die Finanzagentur des Bundes eine Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit im DLT-System, deren Primär- und Sekundärmarkt-Transaktionen auch auf DLT abgewickelt wurden. Die getätigten Geschäfte des Tests sind rechtlich nicht bindend. Bei der Durchführung des Experiments waren Barclays, Citibank, Commerzbank, DZ Bank, Goldman Sachs und Société Générale beteiligt.

Die Grundlagen für tokenisiertes Zentralbankgeld sind gelegt

DLT wie Blockchain gewinnen seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. Im Projekt wurde eine Schnittstelle zwischen dem konventionellen Zahlungsverkehr und einem DLT-basierten Wertpapiersystem geschaffen. Zwei Softwaremodule, eine Trigger Chain der Bundesbank und ein Transaktionskoordinator der Deutschen Börse, verbinden TARGET2 und ein DLT-Wertpapiersystem. Wertpapiere und Zentralbankgeld wechseln erst bei erfolgreicher Bestätigung aller Parteien den Besitzer. Diese Zug-um-Zug-Abwicklung minimiert das Ausfallrisiko für Käufer und Verkäufer.

Bei DLT-basierter Abwicklung werden üblicherweise entsprechende Werte und Geld in Form von Token dargestellt, also als Abbildung in der DLT-Umgebung. Mit der vorgestellten Lösung kommt es nicht zum Einsatz von tokenisiertem Geld. Stattdessen wurde eine Schnittstelle geschaffen, die zwischen der DLT und dem konventionellen Zahlungsverkehr vermittelt und die Zahlung auslöst („triggern“). Da die im Projekt getestete Lösung in verschiedenen DLT-basierten Abwicklungssystemen eingesetzt werden kann, ist sie ein wichtiger Schritt für die weitere Verwendung der DLT im Finanzsektor und in der Realwirtschaft.

Burkhard Balz, der im Vorstand der Bundesbank für die Bereiche Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme zuständig ist, sagte: „Nach dem erfolgreichen Test dürfte die Implementierung einer entsprechenden Lösung durch das Eurosystem in relativ kurzer Zeit möglich sein, zumindest deutlich schneller als etwa die Emission von digitalem Zentralbankgeld.“

Fazit: Die Grundlagen für tokenisiertes Zentralbankgeld sind gelegt!

Es gibt mittlerweile auch Staaten bzw. Notenbanken, die bereits bestehende Blockchains mit ihren Kryptowährungen für derartige Anwendungen nutzen, bzw. testen. Weiterführende Infos… 

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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