Markus Miller zum Fall Wirecard

Derzeit finde ich es sehr interessant zu lesen, wie viele Kommentatoren, Experten, Analysten und Medien schon immer – bzw. schon lange – wussten, dass Wirecard ein gigantischer Betrug ist, weil das alles vollkommen klar und offensichtlich war. Diese Personenkreise müssen jetzt ja alle Millionäre sein, weil mit diesem Wissen war es ganz einfach vorher Short zu gehen und auf die massiv fallenden Kurse der Wirecard AG zu setzen, oder? Interessanterweise ist das aber überwiegend nicht der Fall! Deswegen ist auch hier Realitätssinn angebracht und gleichzeitig sind die Segemente Selbstkritik bzw. Selbstverantwortung nicht zu vergessen.

Der bekannte Investor Frank Thelen hat beispielsweise wenige Tage vor dem Wirecard-Zusammenbruch in einem TV-Interview den deutschen Digitalkonzern gelobt für seine Produkte und selbst eine große Position Wirecard Aktien gekauft und das Unternehmen somit „empfohlen“. Ist es nun angebracht in Hohn und Spott zu verfallen? Nein, er wird seine Verluste verkraften können und weiter neue Chancen nutzen, genauso wie es jeder Anleger tun kann, der ein ausgewogenes Chancen- und Risikomanagement verfolgt. Auch Totalverluste bzw. ein Scheitern bei einzelnen Anlageentscheidungen gehören an der Börse dazu, das ist keine neue Erkenntnis und schon gar keine Schande!

Die Digitalisierung zieht weiter – Der Standort Deutschland bleibt zurück!

Im Fall der Wirecard AG haben viele (zu viele) auf die Wirtschaftsprüfer, Regulierer, Ratingagenturen, professionelle Anleger wie institutionelle Investoren, Bankanalysten und auf Teile der Medien geschaut. Dazu zähle auch ich und alle sind im Kollektiv drauf reingefallen!

Der Fall Wirecard kennt bis auf einige Journalisten wie beispielsweise Dan Mc Crum von der Financial Times – dessen Leistung, Mut und Durchhaltevermögen jetzt nicht hoch genug bewertet werden kann – und den Shortsellern ausschließlich Verlierer. Vom einzelnen Anleger bis hin zum Standort Deutschland. Ebenso dürften jetzt einige Rechtsanwaltskanzleien zu weiteren Gewinnern zählen.

Die Digitalisierung wird darüber hinaus weitergehen. Zahlreiche Digital-Unternehmen werden sich den Kuchen, bzw. den Scherbenhaufen den Wirecard hinterlässt nun aufteilen. Ein Unternehmen aus Deutschland mit Dienstleistungen „Made in Germany“ wird dabei nicht mehr dabei sein. Ein Digital-Baustein des DAX ist aktuell mit gestorben.

Bei einer breiten Streuung des Wertpapierdepots muss allerdings auch ein faktischer bzw. emotionaler Totalverlust verschmerzbar sein, im Hinblick auf ein ausgewogenes Anlage- und Risikomanagement, frei nach Paracelsus: Ob Medikament oder Gift, den Unterschied macht rein die Dosis, oder in meiner schwäbischen Heimatsprache ausgedrückt:

Wer streut, rutscht nicht aus!

Nachfolgend mein ausführlicher BLOG zum Thema Wirecard: Digitales Drama aus Deutschland!

Beste Grüße

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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