Bitcoin-Studien: Yale statt Hohenheim!

Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp von der Universität Hohenheim ist nach eigenen Angaben im Fachgebiet für Risikomanagement besonders bewandert. Die Dame muss man deswegen jetzt nicht unbedingt kennen, innerhalb der Krypto-Community hat Prof. Dr. Gehde-Trapp allerdings vor kurzem für großes Aufsehen gesorgt, durch ihre äußerst negative Bitcoin-Studie.

Die Pressemitteilung der Universität Hohenheim zu ihrer Bitcoin-Analyse trägt dabei den Titel: Aktuelle Studie: Bitcoin erhöht Krisenanfälligkeit von Anlage-Portfolios. Ich persönlich behaupte aufgrund zahlreicher empirischer Studien, auf die ich stets verweise, hingegen bereits seit Jahren genau das Gegenteil. Deswegen heute einmal eine Einordnung der Ausführungen von Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp von der Universität Hohenheim. Zunächst einmal nachfolgend der Original-Wortlaut der Pressemitteilung:

Vollzitat-Anfang: „Aktuelle Studie: Bitcoin erhöht Krisenanfälligkeit von Anlage-Portfolios

Bislang waren viele Investoren davon ausgegangen, dass der Bitcoin als Anlageklasse in einem diversifizierten Portfolio so etwas wie ein „sicherer Hafen“ ist. Eine Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart zeigt nun: die Kryptowährung enttäuscht. Für private wie professionelle Anleger gilt weiterhin: „Wer Rendite maximieren und Verluste minimieren will, kommt an einer breit gestreuten Kapital-Anlage nicht vorbei“, betont Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp, Expertin für Risikomanagement an der Universität Hohenheim. „An den Chancen der Blockchain-Technologie ändert der Befund natürlich nichts.“

Es ist die Gretchenfrage für Anleger: Gibt es Wertpapiere, deren Kurse steigen, wenn alle anderen Anlageklassen fallen – wie aktuell in der Corona-Krise? Mit solchen Wertpapieren könnten sie nämlich ihre Verluste kompensieren. Dem Bitcoin hatte die Finanzszene genau diese Wirkung in turbulenten Zeiten zugetraut.

„Kryptowährungen waren das Last Big Thing – auch wenn sie schon immer riskant waren. Denn durch die Blockchain-Technologie werden Geld und Währungen in einer Art und Weise zur Verfügung gestellt, wie es sie vorher nie gab. Vor allem aber sind Bitcoins unabhängig von der Geldpolitik der Zentralbanken – und das beflügelte Hoffnungen für ihre künftige Rolle gerade in Krisenzeiten“, erläutert Prof. Dr. Gehde-Trapp.

Verlustrisiko beim Bitcoin steigt überproportional

Doch in der aktuellen Bewährungsprobe habe der erhoffte sichere Hafen bislang versagt: Seit Beginn der Corona-Pandemie hätten die Weltbörsen zwischenzeitlich so viel an Wert verloren wie noch nie zuvor. Und gerade der Bitcoin habe sich durch ein überproportionales Verlustrisiko ausgezeichnet, so eine Studie der Universität Hohenheim.

In ihrer Modellrechnung hatten die Forscherinnen und Forscher um Prof. Dr. Gehde-Trapp fiktive Börsenportfolios mit unterschiedlichem Bitcoin-Anteil verglichen. „Am Beispiel des ersten Quartals 2020 kann man bereits sehen: Wer allein auf Bitcoins setzte, hatte ein doppelt so hohes Verlustrisiko wie andere Anleger mit einem DAX-Portfolio.“

Auch Misch-Anlagen profitieren nicht vom Bitcoin

Auch Misch-Anlagen hätten sich mit steigendem Bitcoin-Anteil als zunehmend verlustträchtiger erwiesen: „Bei einem Bitcoin-Anteil von zehn Prozent im ansonsten reinen DAX-Portfolio stieg das Verlustmaß bereits um 5 Prozent. Bei einem Bitcoin-Anteil von 20 Prozent erhöhte es sich um weitere 15 Prozent“, fasst Prof. Dr. Gehde-Trapp die Modellrechnungen zusammen.

Für die Analyse verwendete das Team der Universität Hohenheim das sogenannte Value at Risk (VaR)-Verfahren. Bei dieser Modellrechnung wird ein Wertpapier immer nur einen Tag lang gehalten. Für ein reines DAX-Portfolio lag das Verlustrisiko im 1. Quartal 2020 bei sechs Prozent. Bei einer reinen Bitcoin-Geldanlage betrug es hingegen zwölf Prozent.

„Der Bitcoin hat sich als besonders stark von den irrationalen Stimmungen an den Kapitalmärkten abhängig gezeigt“, so das Fazit. Grund dafür sei wohl ein Trend, der der Hoffnung auf Kryptowährungen entgegenlief: „Unter turbulenten Rahmenbedingungen ziehen Investoren ihr Kapital traditionell besonders schnell aus anderen Anlagen ab, um krisenbedingte Liquiditätslücken zu schließen. Die Blockchain und Kryptowährungen bergen sicherlich große Chancen – aber nicht als sicherer Anlage-Hafen!“

Wer Geld verdienen will, muss bestimmte Risiken eingehen – und unnötige vermeiden

Das Fazit der Finanzwissenschaftlerin: Wer Renditen erzielen will, müsse sein Geld investieren und setze sich damit immer auch den Risiken der jeweiligen Anlageklasse aus: „Aktienkurse können ebenso fallen wie Anleihen oder der Zins auf dem Sparbuch. Auch die Preise von Immobilien, Öl oder Agrarrohstoffen schwanken. Und selbst Bargeld ist nicht ohne Risiko, da infolge von Inflation die Kaufkraft eines 100 Euro Scheins 2025 ein anderer ist als heute.“

Risiken ließen sich nicht vermeiden, allerdings schwanken Anlageklassen mit unterschiedlicher Intensität und in anderer zeitlicher Abfolge. „Das ist die Chance, denn ein diversifiziertes Portfolio, das unterschiedliche Anlagen mischt, senkt Risiken.“

Fragt sich, wie sieht die optimale Mischung aus? Die Finanzwissenschaftlerin weiß: „Das optimale Portfolio enthält nur das Risiko, für das Anleger auch entlohnt werden – durch höhere durchschnittliche Renditen. Steckt ein Anleger sein gesamtes Vermögen jedoch in eine einzige Aktie, hat er im Vergleich zur Rendite ein viel zu hohes Risiko. Deshalb empfiehlt sich eher die Anlage in einen breit gestreuten Index, der die Gesamtwirtschaft abbildet.“ – Vollzitat-Ende

Mein Fazit: Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp macht eine Stichtagsbetrachtung in einer Extremsituation!

Ich bin natürlich in Bezug auf den Bitcoin befangen. Weil ich wie Sie wissen grundlegend optimistisch bin, in Bezug auf die großen Vorteile und Zukunftschancen von Kryptowährungen bzw. Digital Assetse. Dennoch lese ich selbstverständlich auch kritische Einschätzungen. Allerdings überzeugt mich die Studie von Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp von der Universität Hohenheim handwerklich nicht. Ich meine damit die Vorgehensweise der Datenerhebung, der Analyse und Auswertung und die damit verbundenen Schlussfolgerungen. Im Grunde trifft Frau Professor Gehde-Trapp Aussagen auf Basis einer überwiegenden Stichtagsbetrachtung, bzw. äußerst kurzen Zeitpunktbetrachtungen, im Rahmen einer Extremsituation. Auch ein Quartal ist dabei eine Stichtagsbetrachtung in diesem Kontext!

Der Kontext sind die Verwerfungen an den Börsen und Kapitalmärkten im Zusammenhang mit dem weltweiten Coronavirus-Shutdown. Das war ein „Allescrash“, selbst Gold ist hier temporär massiv eingebrochen. Auf dieser Basis die obigen Aussagen abzuleiten bewerte ich daher als wenig aussagekräftig für einen strategischen Investor. Für Studien gilt für mich hier gleiches wie für Investments: Zeitraum schlägt Zeitpunkt. Deswegen verweise ich auf eine andere Universitäts-Studie, die ich als weit belastbarer bewerte, weil die Universität Yale – ebenso wie die Universität Harvard – ihre Studienergebnisse selbst für eigene Investments nutzt.

Universität Yale als Vorbild: Kryptowährungen sind eine eigenständige Anlageklasse

Die realwirtschaftlichen Fortschritte in der Kryptoökonomie sind im Gegensatz zu den Kursentwicklungen im Hinblick auf die Dynamik der steigenden Marktakzeptanz so positiv wie niemals zuvor. Parallel dazu entwickeln Kryptowährungen auch in der Finanzwirtschaft eine zunehmende Anerkennung als eigenständige Anlageklasse. Beispielsweise durch den Eintritt großer Banken und Vermögensverwalter. Hierfür gibt es mittlerweile zahlreiche Beispiele.

Ein weiterer Beleg sind für mich die Investments der Universität von Yale in Kryptowährungen, die der Yale-Doktorand Yukun Liu und der Yale-Professor Aleh Tsyvinski vor einiger Zeit in einem Arbeitspapier veröffentlicht haben. Die darin enthaltenen, wissenschaftlichen Erkenntnisse verdeutlichen, dass es auch für Privatanleger richtig und wichtig ist – bei allen Risiken und starken Kursschwankungen – gezielt und bewusst in Kryptowährungen zu investieren.

Yale-Fazit: Kryptowährungen sind eine effiziente Beimischung für jedes Portfolio!

Die Yale-Experten kommen in ihrer „Zeitraum-Studie“ zur Schlussfolgerung, dass der Kursverlauf von Kryptowährungen weitestgehend unabhängig von klassischen Anlageklassen wie Aktien, traditionellen Währungen und Edelmetallen ist. Daher bewerten sie Kryptowährungen als äußerst effiziente Beimischung für jedes Portfolio, da das Ertrags-Risiko-Profil erheblich verbessert wird.

Das Gegenteil ist hingegen das Ergebnis der „Zeitpunkt-Studie“ der Universität Hohenheim. Deswegen investiert die erfolgreiche Yale-Stiftung selbst in Kryptowährungen. Die grundlegende Yale-Empfehlung lautet: Kapitalanleger sollten 1 bis 6 Prozent ihres Gesamtvermögens in Kryptowährungen wie den Bitcoin investieren! Deswegen empfehle ich Ihnen: Setzten Sie auf die Strategien der Universität Yale als Orientierung und Vorbild statt auf die Aussagen der Universität Hohenheim! Weiterführende Infos… 

Beste Grüße

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

NEWSLETTER: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen!

Abonnieren Sie jetzt – kostenlos – unseren freien Newsletter und erhalten Sie in regelmäßigen Abständen weiterführende Informationen rund um KRYPTO-X!

Schreibe einen Kommentar