Coronavirus: Bundesbank zu Bargeld und Bitkom zu Digitalgeld!

Aktuell gibt es zwei interessante Presseveröffentlichungen. Eine seitens der Deutschen Bundesbank zur Thematik einer möglichen Coronavirus-Übertragung über Banknoten. Ebenso eine Antwort des Digitalverbandes Bitkom, auf gerade diese dpa-Meldung der Deutschen Bundesbank. Zunächst einmal der Blick auf die Einschätzung der deutschen Währungshüter im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise.

VIRUS/Bundesbank: Versorgung mit Bargeld ist sichergestellt

Die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld ist nach Angaben der Deutschen Bundesbank auch in der Coronavirus-Krise gesichert. Das Bargeld wird in Deutschland nicht ausgehen, unsere Tresore sind prall gefüllt, die Logistik stimmt“, sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann am Dienstag dem 17.03.20 in Frankfurt. Das gelte auch für den Fall, dass sich das Virus weiter ausbreite und zusätzliche Maßnahmen deswegen getroffen würden.

Bundesbank: Kein besonderes Ansteckungsrisiko durch Banknoten und Münzen

Beermann betonte zugleich, von Scheinen und Münzen gehe kein besonderes Ansteckungsrisiko aus. Hauptübertragungsweg des Corona-Virus seien Tröpfcheninfektionen durch Husten, Niesen, aber auch Sprechen, ergänzte der Infektiologe und Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk. Wenn das Virus über Geldscheine oder Lappen übertragen würde, wären die Fallzahlen höher, sagte Gottschalk.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hatte bereits versichert, die Bevölkerung könne darauf vertrauen, dass sie „mit Bankdienstleistungen wie gewohnt versorgt wird“: Der Zahlungsverkehr mit allen Bezahlmöglichkeiten werde unverändert aufrecht gehalten, Geldautomaten würden ausreichend mit Bargeld bestückt. Die Bankmitarbeiter sollen für ihre Kunden weiter erreichbar seien – gegebenenfalls im Home Office.

Digitalverband Bitkom zum kontaktlosen Bezahlen

Zur Mitteilung der Bundesbank zum Corona-Ansteckungsrisiko über Bargeld erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

„Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch ist heute in sehr vielen Geschäften, Tankstellen und Verkaufsstellen problemlos möglich. Dabei muss der Kunde nur sein Gerät berühren, der Verkäufer kommt damit überhaupt nicht in Kontakt. Das sorgt auf jeden Fall für zusätzliche Sicherheit und reduziert eventuelle Infektionsrisiken.

Kontaktloses Bezahlen per Debit- oder Kreditkarte kann bei Beträgen bis 25 Euro ebenfalls kontaktlos stattfinden. Bei höheren Beträgen muss der Kunde sich allerdings authentifizieren, was durch die PIN-Eingabe auf dem Gerät an der Kasse oder per Unterschrift stattfinden muss. Dadurch entfällt dieser Vorteil. In solchen Fällen sollte man zumindest immer einen eigenen Kugelschreiber dabeihaben, mit dem man eine erforderliche Unterschrift leisten kann. Bitkom setzt sich bereits seit längerem dafür ein, dass es überall dort, wo es Bezahlvorgänge gibt, mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit geben muss. Dies sollten wir jetzt konsequent umsetzen – wenn nötig auch mit einer gesetzlichen Vorgabe.“

Mein Fazit: Kontaktlose Mobile Payments und Tokenisierung statt Bargeld

Ich bin mir sicher, eine gesetzliche Vorgabe ist nicht erforderlich, weil allein der Druck des Marktes hin zur Digitalisierung sehr bald schon dafür sorgen wird, dass kontaktlose Bezahlmöglichkeiten flächendeckend angeboten werden müssen. Das der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes „Bargeld oder Lappen“ erwähnt finde ich durchaus interessant. Ich weiß nicht was Herr Gottschalk hier mit „Lappen“ genau gemeint hat, aber der Euro entwickelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit – aufgrund der massiven Geldflut und der strukturellen Probleme unseres konventionellen, kreditbasierten Geldsystems – früher oder später zu einer Art „Lappen“.

Ich bin kein Mediziner und es wäre deswegen vermessen zu behaupten, dass Bargeld ein Cornavirus-Übertragungsmedium ist, ich schließe das aber auch nicht so pauschal aus, wie es die Bundesbank derzeit macht, weil andere Staaten wie China bereits entsprechende Maßnahmen für Banknoten ergriffen haben. Von einer vorsorglichen „Quarantäne“ gebrauchter Geldscheine bis hin zu Desinfektionsprogrammen. Ich bezahle auf jeden Fall lieber kontaktlos als mit Bargeld, wobei ich das unabhängig vom Coronavirus schon lange so handhabe.

Münzen setze ich im Prinzip nur noch dann ein, wenn ich diese unbedingt benötige, beispielsweise bei Autowaschanlagen oder Parkautomaten, die – noch – keine kontaktlosen Bezahlmöglichkeiten haben. Das sollte sich – ebenfalls unabhängig vom Coronavirus – in Zukunft ändern, was erfreulicherweise auch der Digitalverband Bitkom so beurteilt. Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung unseres Geldes ebenso weiter voranschreiten wird, wie die Kryptografisierung bzw. Tokenisierung unseres Geldsystems. Weiterführende Infos…

Beste Grüße

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

NEWSLETTER: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen!

Abonnieren Sie jetzt – kostenlos – unseren freien Newsletter und erhalten Sie in regelmäßigen Abständen weiterführende Informationen rund um KRYPTO-X!

Schreibe einen Kommentar