Die 9 Gebote für den Umgang mit Algorithmischen Systemen!

Kryptowährungen basieren auf Algorithmen. Vielen Bürgern fehlt nach meiner Überzeugung nach wie vor deswegen das Verständnis für Kryptowährungen, weil sie die grundlegenden Funktionen, die derzeit schon vorhandene Verbreitung im Alltag und die gigantischen Möglichkeiten von Algorithmen – noch – nicht erfasst haben und nicht verstehen. Das belegen auch die unterschiedlichsten Umfragen bzw. statistischen Erhebungen.

Algorithmen bestimmen zunehmend unser aller Leben!

Selbst wer es schafft, sich weitestgehend vom Internet fernzuhalten, wird unweigerlich von Algorithmen beeinflusst – etwa wenn er eine SCHUFA-Auskunft benötigt oder einfach nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. Umso verwunderlicher ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung, aus der hervorgeht, dass die Mehrheit der Deutschen wenig bis nichts mit dem Begriff anfangen kann. 72 Prozent der Befragten geben an, zumindest schon von dem Wort Algorithmus gehört zu haben. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, musste davon im Anschluss aber mehr als die Hälfte zugeben, kaum Fachwissen zu haben.

Algorithmen: Die Grundlage die jeder gebildete Bürger kennen muss!

Wer sein Wissen erweitern will, dem sei hier eine grundlegende Definition gegeben: Ein Algorithmus bezeichnet ein Bearbeitungsschema eines Problems in Einzelschritten, das meistens auf mathematischen Strukturen beruht und deshalb von Computern gelöst werden kann. Benannt ist das Wort nach dem iranischen Mathematiker Musa al-Chwarizmi, auf den auch schon der Begriff Algebra zurückzuführen ist.

Neun Leitlinien zum verantwortungsvollen Umgang mit Algorithmischen Systemen veröffentlicht

Die Initiative D21 hat aktuell neun Leitlinien zum Monitoring von algorithmischen Systemen veröffentlicht. Diese wurden im Rahmen eines Themenabends in Berlin vorgestellt und ihre Praxistauglichkeit mit Vertreterinnen der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“, der High-Level Expert Group on Artificial Intelligence (AI HLEG) sowie der Datenethikkommission diskutiert.

Viele Anwendungen und Dienste des Alltags und der beruflichen Praxis beruhen heute auf algorithmischen Systemen. Sie helfen, indem sie z. B. aus großen Datenmengen Erkenntnisse ziehen und Informationen in Millisekunden verarbeiten oder Prozesse automatisieren. Um sie verantwortungsvoll einzusetzen und faire Ergebnisse zu erzielen, sind im Vorfeld bestimmte Überlegungen anzustellen. Die Leitlinien dienen als Orientierung, wichtige Fragen nach der Verantwortlichkeit und Kontrolle, der Nichtdiskriminierung, der Transparenz und Nachvollziehbarkeit sowie der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Interdisziplinäre und multiperspektivische Betrachtung relevanter Fragestellungen

Dr. Irina Eckardt, Vorständin Initiative D21 und KPMG, hat die Arbeit zum Algorithmen-Monitoring geleitet. Sie stellt fest: „Beim Planen, Prüfen und Kontrollieren geht es längst nicht mehr nur um die Algorithmen, sondern auch um Daten und um Personen, die entscheiden, erstellen, prüfen und nutzen. All das zusammengenommen bildet ein komplexes System – ein algorithmisches System“. Dr. Eckardt schlussfolgert daraus: „Diese Komplexität stellt uns vor neue Herausforderungen, bei denen wir durch die aus der Unterarbeitsgruppe (UAG) Algorithmen-Monitoring entstandenen Denkimpulse und Leitlinien besseres Verständnis bieten“.

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft haben knapp zwei Jahre in der UAG Algorithmen-Monitoring zusammengearbeitet und relevante Fragestellungen diskutiert. Beachtet wurden dabei vor allem ethisch-rechtliche, sozioökonomische sowie technologische Perspektiven. Die Ergebnisse wurden in drei Veröffentlichungen zu den Themen „Bias in algorithmischen Systemen“, „Transparenz und Nachvollziehbarkeit algorithmischer Systeme“ und „Verantwortung für algorithmische Systeme“ festgehalten und über die Projektlaufzeit der UAG kontinuierlich weiterentwickelt. Sie bilden die Basis für die neun Leitlinien:

1. Verantwortlichkeiten verteilen und verorten

Verantwortlichkeiten müssen zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren aufgeteilt werden, so dass Verantwortliche vor allem für Nutzende und Betroffene eindeutig identifiziert werden können.

2. Bias erkennen und bewerten

Durch die deutlichere Konfrontation mit bisher verborgenen subjektiven Wertungen müssen diese sogenannten Bias überprüft und der Umgang mit ihnen gestaltet werden.

3. Transparenz ermöglichen

Transparenz ist eine notwendige Grundlage für Prüfbarkeit, ihre Umsetzung in algorithmischen Systemen muss spezifisch an die Nutzungsgruppen angepasst werden.

4. Nachvollziehbarkeit gewährleisten

Algorithmische Systeme müssen von Anfang an so gestaltet werden, dass Prozesse im Nachhinein durch kontextbezogene Informationen über das System für unterschiedliche Nutzungsgruppen nachvollziehbar sind.

5. Bestehende Regulierungen anwenden

Das bestehende Recht muss angewendet, für eine digitale Anwendung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

6. Grundlegende Regeln definieren

Mit Mindeststandards sind algorithmische Systeme vergleichbarer und deren Einhaltung kann zu mehr Vertrauen und Akzeptanz führen.

7. Wissen interdisziplinär austauschen

Kontinuierlicher, disziplin- und organisationsübergreifender Austausch verbessert die Qualität algorithmischer Systeme.

8. Positiven Nutzen für Gesellschaft erzeugen

Nur eine am Gemeinwohl orientierte Entwicklung und ein nachhaltiger Einsatz algorithmischer Systeme können ethischen Anforderungen langfristig gerecht werden.

9. Leitlinien kontinuierlich überprüfen

Die regelmäßige Beurteilung von Anpassungen rechtlicher Regelungen und deren Auswirkungen auf die Gestaltung algorithmischer Systeme müssen Bestandteil der Überprüfung sein, die Leitlinien kontinuierlich verbessert werden.

Fazit: Algorithmen haben einen Wert und bergen ein immenses Potenzial!

Algorithmen haben einen Wert und bergen ein immenses Potenzial, insbesondere kommt ihnen eine wachsende Bedeutung bei technologischen Entwicklungen zu. Gleichzeitig entstehen eine zunehmende Komplexität und Intransparenz von algorithmischen Systemen. Dies bringt steigende Herausforderungen und verschiedene Fragestellungen mit sich. Kryptowährungen werden in diesem Evolutionsprozess nach meiner Auffassung eine große Rolle spielen. Weiterführende Infos…

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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