Digitaler Wandel in der Bargelddomäne: Smartphone statt Kleingeld!

Das Brötchen für 35 Cent oder das Kurzstreckenticket für 2,50 Euro am Fahrscheinautomaten – in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens wird in Deutschland meist noch mit Münzen statt mit Karte bezahlt. Laut repräsentativer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. (Befragung im Juni und Juli dieses Jahres von 1.228 Personen ab 16 Jahren) ist in den Bargelddomänen jedoch eine Aufbruchstimmung zu erkennen: Bereits jeder Fünfte würde Beträge unter 25 Euro am liebsten mit girocard bezahlen. Der Innovationswille ist also da, ob es zudem bald „Smartphone statt Kleingeld“ heißen wird, hängt auch vom Handel ab.

Wie bezahlt wird, ist auch eine Frage des Betrages

Das präferierte Zahlungsmittel der Bundesbürger hängt bisher maßgeblich von der Höhe des zu zahlenden Betrags ab: Bevorzugen laut Allensbach-Studie Kunden bei höheren Beträgen mehr und mehr die girocard, würden 74 Prozent der Bevölkerung einen Betrag unter 25 Euro weiterhin am liebsten in bar begleichen. Bei Beträgen über 25 Euro geben 44 Prozent an, am liebsten die girocard nutzen zu wollen. Die Barzahlung bevorzugen hier 41 Prozent.

Doch die Kartenzahlung steigt auch bei kleineren Beträgen unter 25 Euro zusehends in der Gunst der Kunden. Jeder fünfte Befragte (20 Prozent) bevorzugt in diesem Bereich bereits heute die girocard. Innerhalb der jungen Kunden (16- bis 29-Jährige) ist es sogar fast jeder Dritte (31 Prozent). Bei den ab 60-Jährigen liegt dieser Wert bei nur 9 Prozent. Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern: Knapp ein Viertel (23 Prozent) der befragten Männer, aber 18 Prozent der Frauen würden bei Kleinbeträgen am liebsten die Debitkarte zücken.

Heißt es bald „Smartphone statt Kleingeld“?

Eine große Mehrheit der Befragten (78 Prozent) besitzt ein Smartphone, jedoch zeigt sich auch hier die ältere Generation zurückhaltend: Nur jeder Zweite (51 Prozent) der 60-Jährigen und Älteren besitzt ein solches Gerät, bei den 16- bis 44-Jährigen liegt dieser Wert bei 95 Prozent. Seit vergangenem Jahr bieten immer mehr Banken und Sparkassen ihren Kunden eine digitale girocard fürs Smartphone. Kunden benötigen dafür ein NFC-fähiges Android-Smartphone. Es funktioniert wie die klassische kontaktlose Bezahlung, die bis 25 Euro im Regelfall keine PIN-Eingabe benötigt. Eine Mehrheit der Befragten (53 Prozent) erachtet dies als praktisch.

Damit es in Zukunft an der Kasse auch „Karte oder Smartphone statt Kleingeld“ heißt, muss die kontaktlose Bezahlung im Kleinbetragssegment häufiger angeboten werden. Grundsätzlich funktioniert die Zahlung mit dem Smartphone an jedem Händler-Terminal, das kontaktlose Zahlungen abwickeln kann. Dass die bargeldlose Bezahlung Prozesse beschleunigen und Kosten senken kann, ist manchen – eher kleineren – Händlern derzeit jedoch noch nicht ausreichend bewusst. Gerade in Bargelddomänen ist daher oftmals nur Bargeldzahlung möglich. In anderen Fällen ist sie möglich, jedoch scheuen sich die Kunden, für kleine Beträge die Karte zu ziehen.

Mit girocard funktioniert das jedoch schon ab dem ersten Cent. Einige Bäckereien erkennen bereits die Potenziale der kontaktlosen Zahlung: Es wird immer mehr genutzt, auch bei Beträgen unter einem Euro. Damit kommen Kunden nicht nur schneller in den Genuss von leckeren Backspezialitäten, sondern sie sparen auch beim Bargeldhandling. Damit sich auch kleine Betriebe auf die sich verändernden Bedürfnisse der Kunden einstellen, leistet die Initiative Deutsche Zahlungssysteme gemeinsam mit anderen Verbänden Hilfestellung für Händler. Sie klärt offene Fragen mit Blick auf die Akzeptanz von Kartenzahlungen.

Fazit: girocard? Die Zukunft Bezahlens liegt in Mobile Payments!

Bei Studien ist immer wichtig darauf zu achten, wer eine Studie in Auftrag gegeben hat. Diese Studie wurde von der Initiative Deutsche Zahlungssysteme in Auftrag gegeben. Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme vertritt als Verband die Interessen von 85 Unternehmen. Zu ihren Mitgliedern zählen unter anderem Terminalhersteller, Softwareanbieter, Automatenaufsteller und Kreditinstitute sowie Unternehmen, die ein Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) an ihren Kassen anbieten. Es ist also vollkommen verständlich, dass in der aktuellen Studie das Wort „girocard“ sehr häufig vorkommt.

„girocard“ ist der übergeordnete und neutrale Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft für ihre zwei bewährten Debitkarten-Zahlungssysteme: Das PIN-gestützte Bezahlen im Handel („electronic cash-System“) und die Bargeldbeschaffung an den Geldautomaten in Deutschland („Deutsches Geldautomaten-System“). Über 100 Millionen girocards sowie Kundenkarten von Banken und Sparkassen haben die Deutschen in ihren Geldbörsen.

Fakt ist für mich: Dem bargeldlosen Zahlungsverkehr über Mobile Payments gehört die Zukunft. Ob das girocard-System dabei wirklich in Zukunft eine große Rolle spielt, wage ich stark zu bezweifeln! Weiterführende Infos…

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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