TU München erforscht Energiehandel über die Blockchain!

Heute wieder einmal ein Blick auf eine sehr interessante, realwirtschaftliche Entwicklung bzw. ein Forschungsprojekt mit realwirtschaftlichem Bezug im Hinblick auf die Blockchain-Technologie: Wie können verschiedenste Energieerzeuger – ob Hauseigentümer mit PV-Anlage auf dem Dach, Bürgerenergiegenossenschaften mit Windkraftanlagen bis BHKW-Betreiber – ihren Strom vor Ort direkt an Kunden vermarkten? Mit dieser Thematik befasst sich aktuell die Thüga Aktiengesellschaft mit Sitz in München.

Die Thüga ist eine Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft, die als Minderheitsgesellschafterin bundesweit an rund 100 Unternehmen der kommunalen Energie- und Wasserwirtschaft beteiligt ist. Die Thüga erforscht jetzt gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM), den regionalen Energieversorgern erdgas schwaben und Energie Südbayern sowie mit Syneco und Thüga SmartService (TSG), wie eine regionale Stromhandelsplattform (RegHEE) auf Basis der Blockchain-Technologie funktionieren kann. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Vorhaben über das Zentrum Digitalisierung.Bayern.

Der Freistaat Bayern unterstützt aktiv Digitalisierungs- und Blockchain-Forschungsprojekte

Zum offiziellen Projektstart konnten die Projekt- und Förderpartner in München den bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger, begrüßen, der mit seinem Besuch die Bedeutung dieses Forschungsprojekts unterstrich:

„Wichtig für die Akzeptanz erneuerbarer Energien ist die Bürgernähe. Wenn wir den Bürgerinnen und Bürgern ihren persönlichen Nutzen deutlich aufzeigen, gelingt es uns, mehr erneuerbare Energien in das System zu bringen. Ich sehe neue Technologien wie Blockchain als wichtiges Mittel, die Energiewirtschaft zu modernisieren. Die Kunden möchten, dass ‚ihr‘ Strom auch wirklich vor Ort erzeugt wird.“

Regionale Energieversorger sind vor Ort verankert und nahe am Kunden. Daher sind sie ideale Partner, die regionale Identität und das gewachsene Umweltbewusstsein ihrer Energie-Kunden zu unterstützen. Im Rahmen des Forschungsprojekts entwickeln die Partner eine Handelsplattform, bei der alle Teilnehmer sowohl Erzeuger als auch Abnehmer sein können. Das Projekt ist grundsätzlich offen für alle denkbaren Erzeuger. Neben Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) von Hausbesitzern könnten dies auch Blockheizkraftwerke oder sogar Windenergieanlagen von Bürgerenergiegenossenschaften sein.

Ein Blockchain-Energiehandel ist transparent und offen für alle

So können alle, die sich am lokalen Energiehandel beteiligen wollen, ihre voraussichtlichen Strommengen automatisiert auf einer Handelsplattform anbieten. So wird Energieproduktion und Energiehandel transparent und lokal. Der Preis, zu dem angeboten wird, ist der Produktionspreis und inklusive einer Handelsspanne. Die produzierte Strommenge wird einfach in das Ortsnetz eingespeist.

Intelligente Messsysteme erfassen die Mengen und verbuchen sie auf der Plattform. Energie kann so sehr lokal erzeugt und verbraucht werden – am besten unter Nachbarn. Wer kaufen will, setzt seinen Maximalpreis als Obergrenze ein und kauft. Liegt der Preis über diesem persönlichen Limit, wird überregionaler Strom aus dem allgemeinen Stromnetz erworben.

Die Blockchain bietet Sicherheit und Transparenz

Sicherheit bei gleichzeitiger Transparenz für alle Handelspartner ist für eine dezentrale Handelsplattform Grundvoraussetzung. In der Blockchain werden Transaktionen manipulationssicher fortgeschrieben. Jeder Block basiert auf den vorherigen Transaktionen, einzelne Blöcke lassen sich so nicht mehr verändern. Die Blockchain-Technologie verspricht eine zuverlässige Abwicklung der Transaktionen unter den Plattformteilnehmern. Inwieweit die Blockchain für den regionalen Stromhandel einen Mehrwert liefern kann, gilt es jetzt zu untersuchen.

Neue Technologien, wie Blockchain und Smart Meter, ermöglichen ganz neue Denkansätze. In Kürze werden viele kleine PV-Anlagen aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen. Mit der regionalen Stromhandelsplattform RegHEE können regionale und nachhaltige Lösungen für Anbieter und Kunden entwickelt werden. Weiterführende Infos…

Markus Miller

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ und GEOPOLITICAL.BIZ

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