Die Klimahysterie und der Bitcoin-Stromverbrauch!

Als ich ein kleiner Junge war diskutierten wir in der Schule – und nein, ich war nicht auf der Baumschule – die Wahrscheinlichkeit einer neuen Eiszeit. Danach wurde mir ein schlechtes Gefühl eingeredet, weil ich früher in den 80ern längere Haare hatte und somit einen großen Haarsprayverbrauch. Deswegen trage ich vermutlich eine große Mitschuld am Ozonloch, wobei ich mich heute Frage, wo das Ozonloch und die damalige Hysterie überhaupt geblieben sind? Selbstverständlich bin ich mit meinen Eltern auch immer noch schnell in den Wald gegangen, weil durch das Waldsterben ist er ja bald nicht mehr da.

Viel hat sich seither nicht verändert, der Wald ist immer noch da, aber jetzt vertrocknet er – nach gerade einmal zwei überdurchschnittlich warmen Sommern – natürlich aufgrund des Klimawandels und ein kleines Mädchen aus Schweden namens Greta Thunberg glaubt, die Klimaweisheit mit Löffeln gefressen zu haben, verbunden mit ihrem Anspruch an Deutungshoheit und Klima-Befehlsgewalt gegenüber anderen, freien Bürgern. Mit mir sicher nicht!

Klimaaktivismus führt zu Antikapitalismus!

Ich bin kein Politiker, sondern Analytiker. Die Analyse der politischen, steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ist dennoch ein ganz wichtiges Feld, von dem gerade auch Investitions- oder gar Lebensentscheidungen signifikant abhängen. Ich persönlich lebe seit vielen Jahren auf der wunderschönen Mittelmeerinsel Mallorca, im Herzen Europas. Aufgrund dessen, dass ich auf einer Insel wohne, bin ich natürlich sehr abhängig vom Flugzeug, als Transportmedium. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen – ebenso wie damals beim Haarspray – nicht. Dennoch verfolge ich die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen rund um die Luftfahrtindustrie stets mit großem Interesse.

Meine persönliche Erkenntnis:  Meine Taxikosten übersteigen meine Flugkosten deutlich

Wenn ich mir die letzten Jahre betrachte, dann stelle ich fest, dass meine Taxi- oder auch Bahnkosten teilweise deutlich über meinen Flugkosten liegen. Das heißt im Klartext, ein Flug von Palma de Mallorca ist für mich nicht selten günstiger, als die Fahrt mit dem Taxi von meinem Zielflughafen zu meinem Hotel. Das bringt mich sehr wohl zum Nachdenken, wenn 1.000 Kilometer Flug günstiger sind als 15 Kilometer Taxifahrt.

Deswegen verfalle ich aber nicht in die totale, irrationale Klimahysterie. Für mich ist der Kapitalismus darüber hinaus nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung! Sozialismus und Kommunismus hingegen sind es mit Sicherheit nicht. Teile der Grünen und Linken kombinieren mittlerweile einen vollkommen dubiosen und irrationalen Klimaaktivismus, mit ihrem gewohnten Antikapitalismus. Beispielsweise denken die Parteichefs der Linken – Bernd Riexinger und Katja Kipping – über die Verstaatlichung der Lufthansa nach. Folgt Deutschland diesem Weg, wird Deutschland als Investitionsstandord unattraktiv und die Leistungsstarken werden verstärkt auswandern! Was hat Kommunismus jetzt mit Kryptowährungen zu tun?

Achtung die Welt geht unter! Der Bitcoin verbraucht mehr Strom als die Schweiz!

Ganz einfach, jeder Bitcoin-Investor vernichtet natürlich die Welt, durch den hohen Stromverbrauch des Bitcoin. Das bestätigen auch entsprechende Studien. Damit möchte ich jetzt meine in Teilen kurze Sarkasmus-, Ironie- und Satireeinlage auch wieder beenden und zur gewohnten Rationalität zurückkehren, die Sie von mir kennen. Ich bin wie gesagt auch kein Politiker, sondern Analytiker.

Der Bitcoin verbraucht laut Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index aktuell rund 60 Terawattstunden Strom pro Jahr. Das ist mehr als beispielsweise die Schweiz oder Irland. Von 219 der im CIA Factbook gelisteten Länder und Gebiete verbrauchen nur 42 mehr als die Digitalwährung. Deutschland liegt in diesem Ranking mit 537 Terawattstunden auf Platz sechs hinter China, den USA, Indien, Japan und Russland. Das alles sind wohlgemerkt Schätzwerte.

Im Fall des Bitcoins besteht hinsichtlich des tatsächlichen Energiebedarfs eine große Unsicherheit – die Untergrenze setzen die Analysten derzeit bei 23, die Obergrenze bei 183 Terawattstunden. Ebenfalls vollkommen vergessen werden in derartigen Studien die Opportunitätskosten! Ein Geldautomat, eine Bank oder die Herstellung einer Münze aus Metall oder einer Banknote aus Papier oder Kunststoff verbrauchen auch Strom, oder etwa nicht?

Konsens-Mechanismen und Stromverbrauch sind keine Basis für Kaufentscheidungen!

Einer meiner Leser hat mir vor kurzem zum Thema „Energieverbrauch beim Mining von Kryptowährungen“ im Wesentlichen folgendes geschrieben:

„Diverse von Ihnen empfohlene Cryptocoins basieren auf dem Konsenus-Algorithmus Proof-of-Work (POW), was mir langfristig problematisch erscheint, aufgrund des hohen Stromverbrauchs. Ich will Investments in POW-Coins zukünftig vermeiden.“ 

Ist das sinnvoll? NEIN!

Eine derartige Strategie bzw. Auswahl würde bedeuten, dass in den Marktführer Bitcoin – mit einem aktuellen Marktanteil von derzeit rund 68 Prozent – gar nicht investiert wird. Das wäre aus meiner Sicht für jeden Krypto-Investor grob fahrlässig, der Bitcoin muss Ihr Basis-Investment sein. Ebenso würden Fortschritte und Adaptionen bei den Konsensus-Algorithmen (Lightning Network), oder mögliche Wechsel hin zu Proof of Stake (POS) vollkommen außen vorgelassen. Weiterführende Infos …

Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

5 Gedanken zu „Die Klimahysterie und der Bitcoin-Stromverbrauch!

      1. Ich habe selten einen wissenschaftlich so unhaltbaren Artikel gelesen wie den in dem dargestellten Link. Es ist wie das Verschließen der Augen vor etwas was nicht sein DARF. Wissenschaftlicher Konsens sei wertlos weil bahnbrechende Errungenschaften durch einzelne Forscher meist erzielt worden ist. Und es folgt eine Auflistung von einzelnen, teils jahrzehnteralten Skeptikern (viele von denen sind keine anerkannten oder fachfremden Wissenschaftler). Wer so argumentiert kann auch behaupten 1+1 sei nicht 2, da es schon Leute gegeben hat, die dies bezweifeln. Auch die anderen dargestellten Argumente der Klimafakten werden eher waghalsig widerlegt. Wir beide sind keine Wissenschaftler, aber ich bin auch (Finanz-)Analyst. Nach intensivem Studium der Argumente beider Seite habe ich keinerlei Zweifel am menschengemachten Klimawandel. Auch alle Logik auf Basis der Physik lässt keinen anderen Schluß zu. Das Problem derKlimaforschung ist (wie so oft in der Wissenschaft und v.a. in der VWL), dass es 100%ige Beweise nicht geben kann. Es ist immer eine Ansammlung von einzelnen Datenpunkten. Wetter ist ungleich Klima. Aber viele Datenpunkte von Wetter bilden das Klima. Die Datenpunkte der letzten Jahre sind eindeutig. Vergleichbares hat es nie gegeben (Geschwindigkeit, regionale Gleichgerichtetheit). Zugegebenermaßen in der gut messbaren Vergangenheit. Ein paar tausend Jahre noch warten bis man mehr Datenpunkte hat ist jedoch keine Option. Klimawandel kann Milliarden Menschenleben kosten und hat wahrscheinlich (ja, nicht 100%g belegbar) schon Millionen das Leben gekostet. Selbst wenn Zweifel an einigen Aspekten angesagt ist, so ist ein Augen-Verschließen absolut fahrlässig. Wenn man erst abwartet bis z.B. der Golfstrom zum Erliegen gekommen ist (ja, eine mögliche, aber keine sicher belegte, aber dafür physikalisch sehr plausible mögliche Folge des Klimawandels), so droht Europa in die Steinzeit zurückgestoßen zu werden.
        Auch ich bin gegen Hysterie und lehne viele der aufgeführten politischen Extremforderungen ab. Aber es gibt viele wirtschaftliche Ansätze wie wir das Problem lösen können. Es muß also alles andere als antikapitalisch und undemokratisch sein!

  1. Hallo Herr Miller,

    vielen Dank für diesen Artikel und darin vertretene rationale und analystische Sicht, welche ein Lichtblick ist im momentan herrschenden Ökoaktivismus ist.

    Ich möchte noch hinzufügen, dass Bitcoin Mining in wesentlich effizienterer Art und Weise erfolgen kann als die Produktion von Fiat Geld oder der Transfer von Geld in alternativen Geldtransfersystemen, denn der verwendete Strom kann weltweit bezogen werden und ist nicht wie bei zentralen Instanzen an lokale Preise gebunden. Ausserdem optimieren Miner den Strommarkt, da sie natürlicherweise versuchen Strom aus den günstigsten Regionen zu verwenden und ebenso Ineffizienzen beispielsweise bei der Gasproduktion ausnutzen, solange es sich lohnt. Der Markt regelt führt zur effizientesten Allokation der Resourcen.

    Hinzufügen möchte ich auch, dass diese Marktallokation dazu führt, dass 74% des Bitcoin Stromverbauchs aus erneuerbaren Energien stammt. Somit müssten Ökoaktivisten eigentlich Bitcoin kaufen, um Investitionen in erneuerbare Energien zu fördern, anstatt Bitcoin zu verteufeln. Leider sind die, die am lautesten schreien, meistens nicht die Schlausten.

    Beste Grüße

    Matthias Linke

    1. Leider auch hier Widerspruch:
      Wo ist der Nutzen von Bitcoin? Andere Kyrptowährungen zeigen, dass der gleich Nutzen (z.B. eine Transaktion über das Blockchain-Verfahren) auch mit massiv (>99%) weniger Stromverbrauch durchgeführt werden kann. Stromverbrauch damit zu rechtfertigen, dass er regenerativ erzeugt wurde, ist vergleichbar mit dem Essen eines Stücks Kuchens beim Fasten damit zu rechtfertigen, dass man Dinkelmehl beim Backen verwendet hat.
      Ich bin ein großer Fan von Kyrptowährungen, aber sollten diese möglichst resourcenschonend sein. Dies ist problemlos möglich wie Ethereum & Co. zeigen. Festhalten an veralteter Technologie bringt uns nicht weiter.

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