Cybercrime und Betrug: Digitalkompetenz bei Polizei und Staatsanwaltschaft!

Fortlaufend publiziere ich Warnungen vor dubiosen bzw. mutmaßlich betrügerischen Anbietern von Börsen-, Krypto-, Trading- oder ganz allgemein Kapitalanlage- und Finanz-Dienstleistungen. Diese sind häufig als Network-Marketing- und MLM-Systeme (Multi-Level-Marketing) konzipiert und getarnt. Zuletzt beispielsweise meine vielbeachteten Warnungen vor den dubiosen Systemen Bitclub Network, We Go Crypto, Infinity Economics (XIN), PlusToken, Top10Coins, Tycoon69, BCB4U Bank, BCB4U Coin, MCV-CAP Token, Karat Bank Coin, Karatgold Coin oder GlamJet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich auch stark zunehmend Zuschriften, von bereits mutmaßlich geschädigten Investoren erhalte. Meine KRYPTO-X-Todesliste wächst fortlaufend.

Meine grundlegende Empfehlung ist dabei stets, umgehend eine Strafanzeige bei einer Polizeidienststelle zu stellen. Nicht selten bekomme ich dann die Antwort von Geschädigten, dass das doch nichts bringt, weil die Polizei sich damit gar nicht auskennt. Das ist ein großer Trugschluss, den ich Ihnen nachfolgend anhand der Möglichkeiten in Bayern erläutern will. Das bayerische Beispiel gilt auch für andere Bundesländer bzw. Nachbarländer wie Österreich oder die Schweiz.

Seit dem Jahr 2015 gibt es die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB)

Bereits seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB). Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der bayerischen Polizei oder des Bundeskriminalamts und mit internationalen Partnern z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität.

Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig: Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware (Schadsoftware) – zu denen ich zuletzt mehrere Berichte und Empfehlungen publiziert habe – bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie im Darknet. Seit dem 1. August 2018 ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Cybercrime explodiert!

Die hohe Zahl der Ermittlungsverfahren, die die ZCB gegen bekannte und unbekannte Beschuldigte führt, zeigt die große Bedeutung dieser Einrichtung. Allein im Jahr 2017 leitete die ZCB insgesamt 2.081 Ermittlungsverfahren ein. Für das Jahr 2018 wurden bereits über 5.000 Ermittlungsverfahren verzeichnet, Tendenz weiter steigend.

In Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz ist die Zentralstelle für verfahrensunabhängige Fragestellungen aus dem Bereich der Cyberkriminalität zuständig. Sie arbeitet hierzu mit den Zentralstellen anderer Bundesländer zusammen und wirkt in fachlichen Gremien im In- und Ausland mit. Sie analysiert neue technische und soziale Strukturen, um aktuelle Entwicklungen der Cyberkriminalität frühzeitig zu erkennen und nachhaltig bekämpfen zu können.

Fokus auf Aus- und Fortbildung im Bereich der Cyberkriminalität

Schließlich unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralstelle die bayerische Justiz bei der Aus- und Fortbildung im Bereich der Cyberkriminalität. Die Zentralstelle besteht aus vier Oberstaatsanwältinnen/Oberstaatsanwälten, fünf Staatsanwältinnen/Staatsanwälten als Gruppenleiter sowie zwei weiteren Staatsanwältinnen/Staatsanwälten. Geleitet wird die Zentralstelle Cybercrime von Herrn Leitenden Oberstaatsanwalt Lukas Knorr.

Mein Fazit: Stellen Sie – im Schadensfall und Verdachtsfall – Strafanzeigen bei der Polizei

Nutzen Sie diese Möglichkeiten und Kompetenzen. Stellen Sie im Bedarfsfall bzw. im Schadens- bzw. auch im Verdachtsfall unbedingt eine Strafanzeige bei der Polizei. Das ist vollkommen kostenlos und risikolos. Anzeigen tragen dazu bei, die Internetkriminalität zu bekämpfen, im Erfolgsfall Geld zurückzuerhalten und andere Menschen vor Schäden zu bewahren.

Ich persönlich erreiche im Jahr 2019 voraussichtlich eine dreistellige Zahl von Anzeigen, die ich erstattet habe. Nicht weil ich geschädigt wurde, sondern weil ich aufgrund meiner Arbeit und auf Basis von Zuschriften zur Erkenntnis gelange, es mit Betrügern zu tun zu haben. In fast allen Bundesländern können Anzeigen bei den zuständigen Behörden auch online erstattet werden. Weiterführende Infos …

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Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

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4 Gedanken zu „Cybercrime und Betrug: Digitalkompetenz bei Polizei und Staatsanwaltschaft!

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