Money Mules: Das Geldesel-System erreicht den Bitcoin!

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 10.07.2019 eine interessante Warnmeldung veröffentlicht, die ich beispielhaft aufgreife, um Sie vor einem derzeit verstärkt auftretenden Abzock-System zu warnen. Zunächst einmal zur aktuellen BaFin-Warnung:

Unternehmensberatung SISO GmbH ist kein nach § 10 ZAG zugelassenes Institut

Die BaFin stellt vorsorglich klar, dass sie der Unternehmensberatung SISO GmbH keine Erlaubnis gemäß § 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) zum Erbringen von Zahlungsdiensten erteilt hat. Das Unternehmen untersteht nicht der Aufsicht der BaFin. Die Unternehmensberatung SISO GmbH, die unter ihrer im Handelsregister eingetragenen Anschrift in Furth im Wald nicht zu erreichen ist, warb auf ihrer Homepage (siso-consulting.com) Mitarbeiter als „Treuhand Assistenten“ an.

Diese „Treuhand Assistenten“ sollten Bankkonten und Konten auf Handelsplattformen für Kryptowährungen auf ihren eigenen Namen eröffnen, um auf diesen Konten Gelder von vorgeblichen Kunden der Unternehmensberatung SISO GmbH anzunehmen und auf Anweisung an Dritte weiterzuleiten. Die „Treuhand Assistenten“ tragen das Risiko, dass die auf ihre Konten überwiesenen Gelder aus kriminellen, insbesondere betrügerischen Handlungen stammen.

Warnung vor Tätigkeit als „Finanzagent“

Die BaFin verweist in diesem Zusammenhang erneut auf ihre Warnung vom November 2011 vor der Tätigkeit als „Finanzagent“. Bei der Annahme dieses vermeintlich lukrativen Jobangebots drohen empfindliche zivil- und strafrechtliche Folgen. Die Tätigkeit als Finanzagent kann daneben von der BaFin verwaltungsrechtlich verfolgt werden.

Hinweis: Unterstützen Sie die wichtige Tätigkeit der BaFin!

Die BaFin nimmt ihre Aufgaben und Befugnisse gemäß § 4 Abs. 4 FinDAG nur im öffentlichen Interesse wahr. Aufgrund der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht kann sie Dritte nicht über den Verlauf und das Ergebnis eines Verwaltungsverfahrens unterrichten.

Sie können die BaFin aber bei ihrer Arbeit unterstützen. Wenn Sie konkrete Hinweise zu den hier genannten Anbietern haben, beispielsweise Muster der Vertragsunterlagen, E-Mail-Adressen, Ruf- und Faxnummern der Kommunikationspartner oder die Kontoverbindung eines Anbieters, dann wenden Sie sich an die Hinweisgeberstelle der BaFin.

Money Mules: Achtung vor einer Tätigkeit als Finanz-Agent oder Treuhand-Assistent

Mein eigentliches Ziel ist es, meinen Lesern ausgesuchte Empfehlungen an die Hand zu geben. In den letzten Wochen und Monaten habe ich parallel dazu aber auch zahlreiche Warnungen ausgesprochen, bis hin zu meinem Auftritt in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY Betrug spezial. Die Zahl der Kapitalanlage-Betrugsfälle geht allein im deutschsprachigen Raum längst in die Hundertausende.

Immer neue Betrugskonzepte von Kriminellen sind dabei zu beobachten. Eine derzeit noch relativ unbekannte Betrugs-Methode, vor der ich Sie heute warne, ist das sogenannte „Money Muling“. Ein Money Mule ist der englische Begriff für einen Geldesel. Genau darauf baut die aktuelle BaFin-Warnung auf, sogenannte „Finanz-Agenten“ oder „Treuhand-Assistenten“ sind nichts anderes als Money Mules.

Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) befasst sich intensiv mit Money Mule-Betrugsfällen

Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) ist eine interkantonale Fachstelle im Bereich Prävention von Kriminalität und Kriminalitätsfurcht. Die SKP hat sich sehr umfassend mit Money Mule-Betrugsfällen (Bildquelle: SKP) befasst. Dabei versuchen Kriminelle über diverse Online-Plattformen, via Facebook, XING, Emails oder fingierte Webseiten mit Stellenangeboten, gutgläubige Personen als Finanzagentinnen und -agenten für ihre kriminellen Geschäfte zu rekrutieren.

In den Stelleninseraten werden hohe Provisionen bei geringem Arbeitsaufwand in Aussicht gestellt und von den Personen werden in der Regel keine vorgängigen Ausbildungen oder Fachkenntnisse verlangt. Die angeblichen Firmen verfügen häufig über eine glaubwürdige Website oder missbrauchen die Namen von tatsächlich existierenden Firmen für ihre Zwecke.

Im Rahmen der vermeintlichen Anstellung sollen die Personen über ihre eigenen Bankkonten Gelder empfangen, abheben und diese per Postsendungen (Briefe, Pakete) mit Hilfe eines Geldtransfer-Services oder anderweitig ins Ausland weiterleiten. Vermehrt wird auch ein Wechsel der Vermögenswerte in eine Kryptowährung – beispielsweise dem Bitcoin – verlangt. Als Gegenleistung darf eine hohe Provision behalten werden. Die Gelder stammen fast immer aus strafbaren Handlungen im Bereich der Internetkriminalität oder des Drogen- und Menschenhandels.

Die Rechtslage:Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!

Obwohl Finanzagentinnen und -agenten nicht direkt in die kriminellen Handlungen involviert sind, machen sie sich der Geldwäscherei strafbar, mit gravierenden strafrechtlichen und selbstverständlich auch finanziellen Folgen.

Fazit:Finger weg vor derart dubiosen Einkommensmöglichkeiten!

Finger weg von derartigen, scheinbar ganz einfachen und lukrativen „Einkommensmöglichkeiten“! Weiterführende Infos …

Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

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