Bitcoin 2.0 oder das PR-Märchen vom Shakti Coin!

Nicht alles was an neuen ICOs auf den Kryptomarkt gespült wird ist grundlegend Betrug, aber vieles sehr wohl. Einiges ist hingegen schlicht auf den ersten Blick – aufgrund der getroffenen Aussagen – bereits als reines Marketing-Blabla, bzw. substanzloser Unsinn zu werten.

Beispielsweise eine aktuelle Pressemitteilung der Swiss Shakti Foundation mit Sitz im schweizerischen Zug. Hier wird als Überschrift die plakative Aussage getroffen: Bitcoin 2.0: Neues Blockchain-Protokoll macht Digitalwährung massentauglich.

Klartext-Fazit: Warum ist darauf nur noch niemand gekommen? Die Aussage, dass der Shakti Coin mit seinem neuen Blockchain-Protokoll Digitalwährungen massentauglich macht ist schlicht ein irrationaler Nonsens!

Der Shakti Coin ist die praktischste Digitalwährung der Welt?

In der Pressemitteilung der Swiss Shakti Foundation vom 07.04.2019 ist zu lesen, dass der Shakti Coin (SXE), eine blockchain-basierte Kryptowährung sein soll, die unmittelbar vor ihrer Einführung steht. Die virtuellen Coins wurden angeblich von der im schweizerischen Zug ansässigen Swiss Shakti Foundation, einer gemeinnützigen Schweizer Organisation, entwickelt und könnten ein neues Zeitalter bei „smartem“ Geld einläuten.

Klartext-Fazit: Der Anspruch, dass die Shakti Coins in dieser gegebenen Ausgestaltung ein „neues Zeitalter bei intelligentem Geld einläuten“ ist so realistisch, wie eine Schweizer Kuh, die das Ziel verfolgt, den Rekord im Stabhochsprung zu brechen.

Welchen Wert soll ein weiterer Coin bzw. Token haben den jeder ganz einfach minen kann?

Die neue stabile Geldform (Stablecoin) soll auf einem revolutionären Blockchain-Protokoll namens Proof-of-Effort (PoE) basieren, mit dem das Mining der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Der Shakti Coin soll zur praktischsten Form eines Tauschmittels gemacht werden. Zu den Highlights des Shakti Coins sollen seine Benutzerfreundlichkeit, der stabile Wert, die Einhaltung rechtlicher Vorgaben, die hohe Kapazität von über 10 000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) sowie die Möglichkeit von direkten Wallet-to-Wallet-Transfers gehören.

Zudem bietet die neue Währung angeblich eine höhere Energieeffizienz beim Mining, das nun jedermann zur Verfügung stehen soll. So würde ein für das Mining von Shakti Coin eingesetzter Rechner etwa den gleichen Energieverbrauch wie ein durchschnittlicher E-Mail-Server verursachen. Die neue Digitalwährung soll zudem eine soziale Komponente umfassen, indem Bildung und finanzielle Teilhabe weltweit gefördert werden.

Klartext-Fazit: Was soll ein Coin – der ohne großen Aufwand von jedermann erschaffen werden kann – für einen Nutzen bzw. Wertstabilität haben?

Ein US-Unternehmen nutzt eine Stiftung aus der Schweiz?

Für die Abwicklung der täglichen Transaktionen soll die SXE Network Operations LLC mit Hauptsitz in Berkeley, Kalifornien, verantwortlich sein. Die Niederlassung in Berkeley wurde mit den Compliance-Aufgaben und der Ausarbeitung bewährter Verfahrensweisen betraut. SXE Network Operations ist zudem für die Wartung und Entwicklung des Shakti Blockchain-Netzwerks und der Shakti Wallet-App zuständig, kümmert sich um die Registrierung von Minern und stellt die reibungslose Bereitstellung und Nutzung des Systems weltweit sicher.

Klartext-Fazit: Ein US-Unternehmen nutzt also eine fragwürdige Stiftung aus der Schweiz. Der Shakti Coin entsprich überhaupt nicht der Dezentralität des Bitcoin, sondern ist zentral gesteuert. Faktisch ist die technologische bzw. operative Kernzelle auch nicht in der Schweiz, sondern in den USA.

Der Shakti Coin gehört allen?

Beim Shakti Coin wird angeblich die einzigartige Idee von Satoshi Nakamoto beibehalten, so dass der Shakti Coin all denen gehört, die sie nutzen. Das Netzwerk soll sich vollständig im Eigentum der Öffentlichkeit befinden und wird von jedermann betrieben. Shakti Coins werden nicht vorgefertigt und jeder soll sich am Schürfen der virtuellen Währung beteiligen können. Ein Initial Coin Offering (ICO) findet nicht statt! Die Stiftung plant, die Einführung der Währung über den Verkauf von Mining-Lizenzen zu finanzieren.

Klartext-Fazit: Was für ein Unsinn. Diese Aussagen sind ja schon ein Widerspruch zu den bereits getroffenen Behauptungen in Bezug auf die zentralisierte Entwicklung und Wartung der Blockchain für die Shakti Coins. Ein ICO wird offensichtlich vermieden, weil die rechtlichen und regulatorischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Wie die Einführung einer Währung über den Verkauf von Mining-Lizenzen – ohne rechtlichen ICO-Prozess – erfolgen soll, ist mir ein absolutes Rätsel.

Lehrer, Eltern und Kinder retten die Welt und das Geld?

Der letzte Absatz der Pressemitteilung der Swiss Shakti Foundation kommt mir vollkommen kryptisch vor: Beim Shakti-Projekt handelt es sich angeblich um eine Basisinitiative, die von Eltern, Lehrern und Blockchain-Begeisterten ins Leben gerufen wurde. Unterstützt wurden sie dabei von Freiwilligen aus mehr als 30 Ländern in fünf verschiedenen Zeitzonen, die über zwei Jahre an dem Projekt mitgewirkt haben. Was verbindet diese Menschen?

Es ist angeblich die Vorstellung, dass eine Währung einen gesellschaftlichen Wandel vorantreiben kann. In den kommenden Wochen will die Shakti Foundation ein White Paper herausgeben und erste Anmeldungen von Minern der Kryptowährung entgegennehmen. Es soll sich um die ersten Schritte einer Initiative handeln, von der die Shakti Foundation sich verspricht, dass sie das wirtschaftliche Zusammenleben weltweit revolutioniert.

Mein abschließendes Klartext-Fazit: Es gibt also noch nicht einmal ein Whitepaper?

Ich bin mir – Stand jetzt – vollkommen unschlüssig, ob sich hinter der Swiss Shakti Foundation und dem Shakti Coin naive Dilettanten, kreative „Spinner“, oder skrupellose Betrüger befinden. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, in Bezug auf die weiteren Entwicklungen.

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Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

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