Google verfügt jetzt über eine E-Geld-Lizenz!

Bereits zum 01.03.2011 wurde vom Deutsche Bundestag die EU E-Geld-Richtlinie (2009/110/EG) umgesetzt. E-Geld-Institute benötigen durch diese Gesetzesänderung keine aufwändige und teure Zulassung als Kreditinstitut und sind in Deutschland und Europa dadurch deutlich attraktiver geworden. Die “Erlaubnis zur Erbringung von E-Geld-Dienstleistungen“ wird in Deutschland durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin erteilt.

E-Geld-Institute sind attraktive Bank-Alternativen

Damit hat die EU die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass auch Nicht-Banken Girokonten und Zahlungskarten anbieten können. Diese werden – analog zu den Kreditinstituten – E-Geld-Institute genannt. Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zu einer bargeldlosen Gesellschaft bzw. einem weitestgehend digitalen Geldsystem in der nahen Zukunft.

Elektronisches Geld ist digitales Bargeld, das auf einem elektronischen Gerät oder räumlich entfernt auf einem Server gespeichert ist. Der E-Geld-Anteil am weltweiten, bargeldlosen Zahlungsverkehr der über E-Geld- oder Prepaid-Produkte abgewickelt wird nimmt immer weiter zu. In Form von Zahlungskarten, NFC-Chips (Nahfeldkommunikation), E-Vouchers (Onlinegutscheinen), Smartphones, Online-Zahlungskonten oder Mobile Payments.

E-Geld ist Netzgeld oder Kartengeld

So wie Bargeld und Buchgeld lässt sich auch E-Geld ganz grundsätzlich in zwei verschiedene Varianten unterteilen: in Kartengeld, bei dem ein Guthaben auf Zahlungskarten geladen wird, sowie in Netzgeld, das aus Guthaben auf Online-Konten bei E-Geld-Instituten besteht. Konten bei E-Geld-Instituten sind nicht nur für Privatpersonen sehr attraktiv, sondern gerade auch für Geschäftskonten, deren Kontoführung bei Banken zunehmend teurer wird.

Das derzeit noch am häufigsten verbreitete E-Geld-Zahlungsverfahren ist die „Elektronische Geldbörse“ in Form einer Zahlungskarte oder einer anderen Chipkarte, die Sie als Kunde mit Euros, oder auch einer Fremdwährung, ganz einfach aufladen können. Zukünftig werden diese Zahlungsfunktionen in Smartphones integriert, so dass diese immer stärker zu Ihrem eigenen mobilen Geldautomaten werden. ApplePay oder GooglePay sind dafür die besten Beispiele.

Googles E-Geld-Lizenz wurde im EU-Land Litauen erteilt

Bei Google, bzw. der Konzernmutter Alphabet gibt es in diesem Zusammenhang aktuell eine sehr interessante Entwicklung. Alphabet hat jetzt – interessanterweise in Litauen – für Google eine E-Geld-Lizenz erhalten. Litauen ist seit dem Jahr 2004 Mitglied der Europäischen Union. Dadurch kommt die EU E-Geld-Richtlinie zur Anwendung. Damit hat Google jetzt die aufsichtsrechtlichen Grundlagen dafür geschaffen, elektronisches Geld zu transferieren, zu speichern und damit verbundene Kontofunktionalitäten anzubieten.

Der Mobile Payment-Dienst GooglePay kann jetzt beispielsweise um Kontofunktionalitäten erweitert werden. Auch bei anderen BigTechs wie Apple, Facebook oder Amazon sind derartige Paymentaktivitäten mit möglichen bzw. immer offensichtlicheren Anknüpfungspunkten in die Kryptowelt derzeit immer stärker zu beobachten. Weiterführende Infos …

Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

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