Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) genehmigt erstmals Security Token!

Die Rechtsanwaltskanzlei Stadler Völkel mit Sitz in Wien hat aktuell eine mehr als bemerkenswerte Nachricht publiziert. Auf Basis eines durch die spezialisierten Rechtsexperten von Stadler Völkel veröffentlichten Berichtes hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) am 26. November 2018 den Kapitalmarktprospekt der Hydrominer IT-Services GmbH für das öffentliche Angebot von bis zu 75 Millionen Euro gebilligt. Der Kapitalmarktprospekt bzw. das dahinter stehende Angebot basiert auf sogenannten tokenisierten Wertpapieren.

Soweit ersichtlich, handelt es sich dabei in der Europäischen Union um den ersten gebilligten Kapitalmarktprospekt für das öffentliche Angebot von Wertpapieren, die auf Basis der Blockchain-Technologie ausgegeben werden. Dieser Durchbruch im Bereich der Security Token Offerings (STOs) zeigt laut den Rechtsanwälten von Stadler Völkel, dass Österreich erste Wahl für Emittenten ist, die überlegen, tokenisierte Wertpapiere in der EU öffentlich anzubieten. Ich teile diese Sichtweise uneingeschränkt, diese Zulassung einer nationalen Aufsichtsbehörde ist ein weiterer Mosaik- bzw. Meilenstein in der derzeit neu entstehenden Krypto-Ökonomie.

Was verbirgt sich hinter einem Security Token?

Ein Security Token verbindet die klassische Welt des Kapitalmarkts mit der Blockchain-Technologie. Bei klassischen Emissionen am Kapitalmarkt bietet ein Emittent seine Wertpapiere interessierten Anlegern zur Zeichnung an. An solchen Transaktionen sind in der Regel eine Vielzahl von Akteuren beteiligt. Neben Initiatoren, die ein Angebot strukturieren, kommen Banken verschiedene weitere Funktionen zu. Beispielsweise die einer Verwahrstelle, bei der die Wertpapiere „gelagert“ werden, oder einer Zahlstelle, über die sämtliche Zahlungen von und an die Anleger abgewickelt werden. Häufig ist es bei größeren Emissionen üblich, dass Banken als erste Zeichner die Wertpapiere übernehmen und im Anschluss weiterverkaufen.

Beim Einsatz von Security Token, bzw. der Umsetzung eines sogenannten Security Token Offerings (STOs) bietet ein Emittent ebenfalls interessierten Anlegern Wertpapiere zur Zeichnung an. Das Besondere an einem STO ist allerdings die Nutzung der Blockchain-Technologie zur Abwicklung der Emission und auch der später anfallenden Verwaltungsaufgaben. Technische Voraussetzung dafür ist eine programmierbare Blockchain wie etwa die Ethereum-Blockchain.

Die Blockchain-Technologie vereinfacht und sichert den Handel mit Wertpapieren

Eigens für die Wertpapieremission erstellte Smart Contracts nehmen dann Zeichnungsaufträge von Anlegern entgegen, leiten den Emissionserlös an den Emittenten weiter, kümmern sich um die Ausgabe der Wertpapiere an die Anleger und auch um die Weiterleitung von Zahlungen des Emittenten an die Anleger. Anstelle von physischen Papierurkunden dient die Blockchain als Wertpapierregister. Anstatt Geld über Bankkonten zu transferieren, werden die geschuldeten Geldbeträge zur Zahlung zunächst in eine Kryptowährung umgetauscht und anschließend über die Blockchain übertragen.

Das Schlagwort dabei lautet Tokenisierung. Durch die Nutzung der Blockchain als Register, können die ansonsten etwa in einer physischen Urkunde verkörperten Rechte in einem Token auf einer Blockchain repräsentiert werden. Werden Rechte wie etwa der Anspruch auf Zinszahlung oder die Rückzahlung eines geliehenen Kapitals tokenisiert, werden die Token zu übertragbaren Wertpapieren. Die Übertragung des Tokens von einem Anleger an einen anderen bewirkt dann auch die Übertragung des tokenisierten Rechts. Interssante Entwicklungen in diesem Bereich sind beispielsweise auch Security Token auf reale Werte, wie beispielsweise Gold oder Silber. Weiterführende Infos …

Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

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