Fällt der Bitcoin auf null?

Die Kurse an den Kryptomärkten – rund um Bitcoin & Co. – sind seit dem vergangenen Mittwoch massiv eingebrochen. In zahlreichen Medienberichten finden sich Beschreibungen zu den Kursentwicklungen von „Apokalypse“ bis „Katastrophe“. Das Handelsblatt brachte in seiner Online-Ausgabe vom Dienstag dem 20.11.18 die Schlagzeile „Kryptowährung: Fällt der Bitcoin auf null?“. Es liegt mir jetzt vollkommen fern, die massiven Kursverluste schönzureden oder zu relativeren. Aber zumindest zu differenzieren!

Angst und Gier bleiben für mich stets die denkbar schlechtesten Ratgeber. Vor allem wenn beide Emotionen zusammenfallen mit Panik. Also einer Kaufpanik, wie das zum Jahreswechsel der Fall war, oder wie wir es derzeit ganz offensichtlich wieder einmal sehen, einer Verkaufspanik. Deswegen werfe ich in derartigen Zeiten stets einen rationalen Blick zurück auf meine eigenen Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, auch wenn diese selbstverständlich KEINE Garantie für die Zukunft sind.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich!

Am 31.10.2011 habe ich erstmalig bewusst einen Bericht über den Bitcoin gelesen, der mich damals von einem ersten Investment abhielt. Der Artikel erschien im IT-Fachmagazin t3n und hatte den Titel: „Bitcoin-Kurs im freien Fall: Wann schaltet der letzte Miner seinen Rechner ab?“. Innerhalb weniger Wochen stieg der Wert eines Bitcoins (BTC) damals von 20 Cent im Dezember 2010 auf 30 US-Dollar. Von diesem Hoch stürzte der Kurs anschließend auf 3 US-Dollar ab. Ein Einbruch um 90%.

Dafür gab es mehrere Gründe. Anfang Juni 2011 sorgten die anonymen Zahlungsmöglichkeiten mit Bitcoins auf dem illegalen Handelsplatz „Silk Road“ (Waffen, Drogen) für einen ersten Einbruch um rund 30%. Anschließend kam es Mitte Juni durch einen Trojaner zu zahlreichen Bitcoin-Diebstählen, bei unzureichend gesicherten Wallets. Der Bitcoin halbierte sich daraufhin auf rund 17 US-Dollar. Am 20. Juni 2011 folgte der digitale Super-GAU.

Mt. Gox aus Japan, die einst größte Handelsplattform für Bitcoins, wurde Opfer eines Hackerangriffs. Über 500.000 Bitcoins wurden gestohlen. Der Bitcoin-Kurs fiel kurzzeitig bis auf einen US-Cent – der damalige Boden war also bei 1 US-Cent! – und erholte sich anschließend wieder bis 14 US-Dollar. Kurz danach verschwanden mit MyBitcoin und Bitomat zwei Börsen unter fragwürdigen Umständen. Bei MyBitcoin kam es zu einem Verlust von 17.000 BTC auf Kundenkonten. Bitomat, die damals drittgrößte Handelsbörse wurde im August 2011 von Mt. Gox übernommen, die Kundenverluste wurden ausgeglichen.

Die realwirtschaftlichen Kryptoanwendungen sind heute so stark wie nie zuvor!

Der Bitcoin-Kurs stürzte bis Oktober 2011 dennoch auf 3 US-Dollar ab. Ich dachte mir damals „was für ein Chaos, zum Glück habe ich nicht investiert“. Meine ersten Bitcoins kaufte ich dann später im Jahr 2013 zu 25 US-Dollar. Was will ich Ihnen damit sagen? Nochmals: Ich will die aktuellen, dramatischen Kurseinbrüche nicht schönreden oder verharmlosen, sie sind zweifelsohne schmerzhaft.

Daraus allerdings wieder einmal „das Bitcoin-Ende“ abzuleiten, wie es zahlreiche Medien derzeit tun, ist wenig belastbar. Der Bitcoin wurde schon mehrfach für tot erklärt. Die realwirtschaftlichen Kryptoanwendungen sind heute so stark wie nie zuvor, in Bezug auf die Marktakzeptanz und Marktdurchdringung. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Rahmenbedingungen der Nährboden sind für eine erneute Auferstehung des Bitcoin, ist für mich daher sehr hoch. In der Vergangenheit galt dabei stets: Was den Bitcoin nicht umgebracht hat, hat ihn – im darauffolgenden Aufschwung (Bullrun) – stets weit stärker gemacht. Mehr dazu in meinem aktuellen KRYPTO-X Marktbericht. Weiterführende Infos …

Markus Miller

Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Gründer und Chefanalyst KRYPTO-X.BIZ

Schreibe einen Kommentar